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„Niemals Nummer. Immer Mensch.“

Niemals Nummer. Immer Mensch.
Foto: BKA/Arno Melicharek Landeshauptmann Thomas Stelzer, Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, Bildungsminister Heinz Faßmann, Bundeskanzler Sebastian Kurz und Staatssekretärin Karoline Edstadler (v.l.n.r.) während der Gedenk- und Befreiungsfeier des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen.

Eine neue Infobroschüre gibt Pädagoginnen und Pädagogen Überblick über Vermittlungsangebote der KZ-Gedenkstätte Mauthausen.

An der internationalen Gedenk- und Befreiungsfeier des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen nahmen am Sonntag, dem 5. Mai 2019, mehr als 9.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem In- und Ausland gemeinsam mit Überlebenden teil. Sie erinnerten an die Gräueltaten des NS-Terrors und gedachten zum 74. Mal der Befreiung der Häftlinge.

Historische Verantwortung

Das diesjährige Gedenken widmete sich dem Schwerpunktthema „Niemals Nummer. Immer Mensch.“. „Am 5. Mai 1945 wurde das Konzentrationslager Mauthausen befreit. Auch heute, 74 Jahre später, erinnern wir uns an die damals verübten Verbrechen und gedenken insbesondere den rund 66.000 Jüdinnen und Juden aus Österreich, die in der Shoah ermordet wurden. Österreich hat eine besondere historische Verantwortung, jüdisches Leben in unserem Land aktiv zu unterstützen und gegen jede Form des Antisemitismus anzukämpfen. Denn nur, wenn Juden uneingeschränkt in Frieden, Freiheit und Sicherheit leben können, kann aus einem ‚Niemals vergessen‘ ein ‚Nie mehr wieder“ werden‘, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz bei der Gedenkfeier in Mauthausen.

Geschichte greifbar machen

Das Wissen der Österreicherinnen und Österreicher über den Holocaust ist oft mangelhaft. Die soeben erschienene „Holocaust Knowledge and Awareness Study", die von der Claims Conference beauftragt wurde, zeigte, dass mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) nicht wusste, dass vom Nazi-Regime sechs Millionen Juden ermordet wurden.

In einer im Herbst 2018 von der Bundesanstalt Mauthausen präsentierten Studie zeigte sich, dass 96 Prozent der Befragten die Gedenkstätte Mauthausen kennen, wovon 74 Prozent angaben, durch die Schule davon erfahren zu haben. 65 Prozent haben die Gedenkstätte mit ihrer Schule sogar besucht. Hier setzt eine neue Broschüre an, die in einer Kooperation des Bundesministeriums für Inneres und des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung entstanden ist: „Über 82.000 Menschen wurden im Konzentrationslager Mauthausen ermordet, darunter viele Jüdinnen und Juden, politische Gegner der Nationalsozialisten, Kriegsgefangene, Homosexuelle sowie Roma und Sinti. Wir müssen eng mit Schulen kooperieren, wenn wir auch die dunkelsten Stunden unserer Vergangenheit unseren Jugendlichen nahebringen wollen. Wir müssen Geschichte für sie sichtbar und greifbar machen. Denn mit entsprechender Vor- und Nachbereitung hinterlässt ein Besuch der KZ-Gedenkstätte Mauthausen erfahrungsgemäß bei vielen Schülerinnen und Schülern einen bleibenden Eindruck. Deshalb ist es mein politisches Ziel, jeder Schülerin und jedem Schüler einmal in der schulischen Laufbahn einen solchen Besuch zu ermöglichen“ betont Staatssekretärin Karoline Edtstadler.

Bis September haben im Jahr 2018 circa 46.000 inländische und etwa 19.000 ausländische Schülerinnen und Schüler die KZ-Gedenkstätte besucht.

Unterstützung für Pädagoginnen und Pädagogen

Die neue Informationsbroschüre unterstützt Lehrerinnen und Lehrer, indem sie einen raschen Überblick über die Vermittlungsangebote der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ermöglicht. Das Ziel der Bildungsarbeit der Gedenkstätte ist die Sensibilisierung gegenüber nationalsozialistischer Wiederbetätigung, Antisemitismus, Rassismus, Diskriminierung von Minderheiten und Demokratiefeindlichkeit. Neben Rundgängen mit Vermittlern können in der Gedenkstätte unterschiedliche Workshops absolviert werden.

Mehrere Anbieter bieten günstige Konditionen für den Besuch der Gedenkstätte speziell für Schulklassen. „Ein Besuch der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ist für Pädagoginnen und Pädagogen mit außerordentlichem Einsatz verbunden. Ich möchte ihnen daher ausdrücklich für dieses Engagement danken!“ so Karoline Edtstadler.