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„Helios“ probte Blackout

Helios probte Blackout
Foto: mario beauregard - stock.adobe.com

Was passiert in Österreich im Falle eines landesweiten Blackouts, wenn es tagelang keinen Strom mehr gibt? Dazu fand diese Woche eine dreitägige Krisenübung unter dem Namen „Helios“ statt.

Über alle Zuständigkeitsgrenzen hinweg vereinte „Helios“ erstmals alle relevanten Vertreter von Ministerien, Hilfsorganisationen und Infrastruktureinrichtungen an einem Tisch. Hauptverantwortlich war dabei das staatliche Krisen- und Katastrophenschutzmanagement (SKKM), das im Bundesministerium für Inneres (BMI) angesiedelt ist. Ziel war es, die Vernetzung und das Zusammenspiel für den Ernstfall zu üben. Es wurde ausgetestet, wie Informations-, Versorgungs- und Hilfeleistungen zu koordinieren sind und wo noch Defizite bei der Krisenbewältigung liegen.

Innenminister Herbert Kickl kündigte nach Abschluss der Übung eine Fortsetzung an und ergänzte: „Jetzt wollen wir ein gesetzliches Rahmenwerk schaffen, um die Koordination in einer Krise solchen Ausmaßes zu gewährleisten. Mit dem derzeitigen System sind wir bei regionalen Krisen aber schon sehr gut aufgestellt.“

Vizekanzler Heinz-Christian Strache bedankte sich bei allen Beteiligten und regte an: „Auch in den österreichischen Haushalten sollte man an Vorbereitungen denken. Die Resilienz der Familien und Kleinbetriebe ist ein Schlüsselfaktor bei der Bewältigung von Großkrisen.“

Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger betonte: „Speziell die Auswirkungen des Klimawandels stellen uns vor neue Herausforderungen. Klimaschutz ist nur mit erneuerbaren Energien wie Sonne und Wind möglich, im Krisenfall brauchen wir hierfür aber neue Regelungen.“

Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein zeigte sich zufrieden mit den Präventivmaßnahmen im Gesundheitsbereich: „Die Krankenhäuser sind mit eigenen Stromgeneratoren für den Notfall bestens gerüstet. In den Apotheken reichen die Medikamentenvorräte zwei Wochen. Auch der Pandemieplan für den Seuchenfall ist eine gute Vorbereitung.“

Verkehrsminister Norbert Hofer konstatierte: „Die ÖBB ziehen ein Drittel ihres Strombedarfes bereits heute aus eigenen Kraftwerken, das ist ein Backup, auf das man im Notfall gut zugreifen kann. Dennoch sollten wir in Österreich bei der Energieversorgung unabhängiger werden. Aus diesem Grund wird aktuell viel in die Speicherforschung investiert - das sind Projekte zur Sicherung unserer Unabhängigkeit.“

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck erklärte: „In der Wirtschaft geht es um Vertrauen. Unsere Unternehmen müssen darauf vertrauen können, dass die staatlichen Einrichtungen im Krisenfall schnell und richtig handeln. Gerade das Szenario eines langen Stromausfalls hat für die Wirtschaft hohe Relevanz, da Produktionen zurückgefahren werden müssen.“

Vorräte richtig anlegen

Laut einer Studie von Joanneum Research (2015) gehen nach vier Tagen ohne Strom in jedem dritten österreichischen Haushalt die Lebensmittel aus. Elf Prozent der Menschen auf dem Land und 26 Prozent in einer Stadt würden über keine Wasservorräte mehr verfügen. Als Vorbeugungsmaßnahme für Haushalte wird empfohlen, Vorräte für mindestens sieben Tage für die gesamte Familie zu Hause zu haben. Das beinhaltet Wasser- und haltbare Essensvorräte ebenso wie Medikamente und Erste-Hilfe-Material sowie netzunabhängige Licht- und Stromquellen bzw. Kerzen und Feuerzeuge. Außerdem wird empfohlen, alle wichtigen Dokumente sowie Versicherungspolizzen in einer schnell greifbaren Mappe für den Fall einer Evakuierung bereit zu halten.

Mehr Tipps für den Ernstfall unter: http://zivilschutzverband.at/vorrat