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Erwerb rezeptpflichtiger Medikamente

Allgemeines

In Österreich verliert ein Rezept (Kassen- oder Privatrezept) grundsätzlich zwölf Monate nach seinem Ausstellungsdatum seine Gültigkeit, außer die verschreibende Ärztin/der verschreibende Arzt hat einen kürzeren Gültigkeitszeitraum auf dem Rezept vermerkt. Die erste Abgabe des Medikaments muss jedoch innerhalb eines Monats nach dem auf dem Rezept angegebenen Ausstellungsdatum erfolgen.

Die Apothekerin/der Apotheker ist berechtigt, in besonderen Notfällen Arzneimittel auch ohne Vorliegen eines Rezepts abzugeben, jedoch nur in der kleinsten im Handel erhältlichen Packung.

Erwerb rezeptpflichtiger Medikamente im Internet

In Österreich ist der Verkauf von rezeptpflichtigen Medikamenten über das Internet verboten. Österreichische Apotheken dürfen keine rezeptpflichtigen Arzneimittel innerhalb Österreichs oder ins Ausland versenden. Dies gilt auch wenn im jeweiligem anderen EU-/EWR-Mitgliedstaat der Bezug von rezeptpflichtigen Arzneimitteln erlaubt wäre.

Rezepteinlösung

Rezepteinlösung eines inländischen (österreichischen) Rezepts in Österreich

Für das Einlösen eines inländischen Rezepts sind folgende Rezeptangaben erforderlich:

  • Name, Anschrift und Berufsbezeichnung der Ärztin/des Arztes
  • Datum der Ausstellung (Gültigkeit)
  • Name des Arzneimittels
  • Darreichungsform (z.B. Kapseln, Tropfen etc.)
  • Wirkstoffmenge pro Einheit (z.B. Tablette, Ampulle etc.)
  • Stückzahl oder Packungsgröße
  • Dauer und Zeitpunkt der Einnahme
  • Vorname, Zuname und Adresse der Patientin/des Patienten
  • Unterschrift der Ärztin/des Arztes

Bei Kassenrezepten, das sind Rezepte, die von niedergelassenen Ärztinnen/Ärzten mit Kassenvertrag (Vertragsärztinnen/Vertragsärzte) bzw. Ärztinnen/Ärzte in Kassenambulatorien ausgestellt werden, ist bei der Ausgabe der Medikamente in der Apotheke von der Patientin/vom Patienten für jede verschriebene Medikamentenpackung eine Rezeptgebühr zu bezahlen. Die Rezeptgebühr ist ein Selbstbehalt, den die Patientin/der Patient für ein Medikament leisten muss. Es ist allerdings unter bestimmten Voraussetzungen eine Befreiung von der Rezeptgebühr möglich.

Im Gegensatz dazu verordnen Wahlärztinnen/Wahlärzte (Ärztinnen/Ärzte, die nicht in einem Vertragsverhältnis zum Krankenversicherungsträger der Patientin/des Patienten stehen), oder Spitalsärztinnen/Spitalsärzte grundsätzlich Medikamente auf einem Privatrezept. Für Privatrezepte ist in der Apotheke der volle Privatverkaufspreis des Medikaments zu bezahlen. Die Patientin/der Patient kann beim zuständigen Krankenversicherungsträger jedoch eine Kostenerstattung beantragen.

Rezepteinlösung eines österreichischen Rezepts in einem anderen EU-/EWR-Mitgliedstaat

Möchte eine in Österreich krankenversicherte Person ein in Österreich ausgestelltes Rezept in einem anderen Mitgliedstaat einlösen, muss sie/er diesen Umstand bei der Ausstellung der Ärztin/dem Arzt mitteilen.

  •  Die Verschreibung muss die im Rezeptpflichtgesetz vorgesehenen Rezeptangaben enthalten.
  •  Die Verschreibung muss durch eine Ärztin/einen Arzt oder eine Zahnärztin/einen Zahnarzt erfolgen.

Rezepteinlösung eines Rezepts aus einem anderen EU-/EWR-Mitgliedstaat in Österreich

Für das Einlösen eines Rezepts aus einem anderen EU-/EWR-Mitgliedstaat in Österreich sind folgende Rezeptangaben erforderlich:

  • Identität der Patientin/des Patienten: Nachname, Vorname (ausgeschrieben) und Geburtsdatum
  • Authentizität der Verordnung: Ausstellungsdatum
  • Identität der Verschreibenden/des Verschreibenden: Nachname und Vorname (ausgeschrieben); Berufsqualifikation; direkte Kontaktdaten; Adresse der Praxis (mit Angabe des Landes); Unterschrift (handschriftlich oder digital)

Hinweis

Die Verschreibung muss durch einer/einen im Ausstellungsstaat dazu berechtigten Angehörigen eines Gesundheitsberufes ausgestellt werden.

  • Identität des verschriebenen Produkts, sofern erforderlich: "Gebräuchliche Bezeichnung" (von der WHO empfohlene internationale Freiname (INN) oder Wirkstoffname) oder Markenname, wenn es sich bei dem verschriebenen Produkt um ein biologisches Arzneimittel handelt oder die Verschreibende/der Verschreibende es für medizinisch erforderlich hält, da sich die Handelsnamen in den EU-/EWR-Mitgliedstaaten unterscheiden; Darreichungsform (Tablette, Lösung usw.); Menge; Stärke; Dosierungsschema 

Bei einem Rezept aus einem anderen EU-/EWR-Mitgliedstaat (Auslandsverschreibung) müssen die Kosten für die verschriebenen Medikamente erst einmal selbst getragen werden. Nach der Rückkehr in den jeweiligen EU-/EWR-Mitgliedstaat kann die Erstattung bei der Versicherung beantragt werden, wenn ein Anspruch auf Rückerstattung besteht.

Achtung

Apothekerinnen/Apotheker haben in Österreich das Recht, bei Zweifeln an Echtheit, Inhalt oder Verständlichkeit der Verschreibung die Abgabe eines Arzneimittels oder Medizinprodukts zu verweigern.

Weiterführende Links

Rechtsgrundlagen

Inhaltlicher Stand: 6. März 2020

Abgenommen durch: oesterreich.gv.at-Redaktion