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Meistertitel und Lehre werden aufgewertet

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Foto: ©goodluz - stock.adobe.com

Die Berufsausbildung in Österreich wird erneuert: Um der zunehmenden Bedeutung der Lehre mehr Anerkennung zu verschaffen, dürfen Meister und Meisterinnen in Österreich künftig ihren Titel in offizielle Dokumente eintragen

Der hohe Bedarf an Fachkräften und die damit verbundene steigende Bedeutung der Lehrausbildung für den Wirtschaftsstandort Österreich bedingen eine Erneuerung der Berufsausbildung. Deswegen gelangt nun, nach einem Beschluss im Ministerrat, eine Novelle des Berufsausbildungsgesetztes ins Parlament.

Neu ist, dass angehende Meisterinnen und Meister in Zukunft ihren Titel anführen dürfen, genauso wie es beim Bachelor oder Ingenieur der Fall ist. „Heute ist ein wichtiger Tag für uns. Es gelingt uns, mit dem Berufsausbildungsgesetz neue Gerechtigkeit für 100.000 Lehrlinge zu schaffen, die täglich sehr viel Großes leisten“, erklärt Bundesministerin Margarete Schramböck.

Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel

Der steigende Bedarf nach ausgebildeten Fachkräften hat diese neuen Rahmenbedingungen gefordert. Die Besserstellung der Lehre und die Aufwertung der Ausbildung standen bereits im Vordergrund des Regierungsübereinkommens. Nach Novellierung soll der Meistertitel in offiziellen Dokumenten, wie beispielsweise dem Reisepass oder dem Führerschein eingetragen werden können. Der Titel kann nach den notwendigen Änderungen der Gewerbsordnung mit der Abkürzung „Mst.“ bzw. „Mst.in“ dem Namen vorangestellt werden. Damit wird dem Stellenwert des Titels in Wirtschaft und Gesellschaft Rechnung getragen. Ergänzend soll der Lohn für Lehrlinge nicht mehr „Lehrlingsentschädigung“, sondern „Lehrlingseinkommen“ heißen.

Ein weiteres Ziel des neuen Berufsausbildungsgesetzes ist das Erreichen neuer Zielgruppen für Lehrberufe. Erwachsene könnten eine „Lehre nach der Matura“ starten und somit Adressaten bilden. Dieses Vorhaben sei, laut Erläuterungen zum Gesetz, eine klare Maßnahme gegen den Fachkräftemangel. 

Weniger Lehrabbrüche durch „Flexi-Lehre“

Mit der sogenannten Flexi-Lehre wird der Lehrberuf an sich attraktiver. Es gibt dann die Möglichkeit, die Lehre in reduzierter Arbeitszeit zu absolvieren. Dieses neue Modell ermöglicht es, die Ausbildung beispielsweise an Kinderbetreuungspflichten anzupassen. Die Zielgruppe dafür sind Frauen und Wiedereinstegerinnen: Sie sollen ihre Ausbildung flexibler gestalten können. „Es ist nur gerecht, wenn Frauen die Lehre nicht abbrechen müssen, wenn sie ein Kind bekommen“, ergänzt Schramböck.

Damit die Lehre als moderne Ausbildung funktioniert, legten die Ministerinnen und Minister außerdem fest, die Lehrausbildungen alle fünf Jahre überarbeiten zu wollen, um sie an technologische, gesellschaftliche Trends anzupassen.