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Das Plastiksackerl muss gehen

Das Plastiksackerl muss gehen
Foto: 9dreamstudio - stock.adobe.com

Erst vor kurzem hat das Europäische Parlament ein Verbot für Einwegplastik beschlossen. Doch Österreich ist schon weiter: Ab 2020 sind Plastiksackerl verboten.

Plastikreste im Boden, in Flüssen, Meeren und Meerestieren: Unsachgerecht entsorgte Kunststoffe sind mittlerweile weltweit zum Problem für Umwelt, Wirtschaft und Menschen geworden.

Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger hat nun eine Novelle des Abfallwirtschaftsgesetzes in Begutachtung geschickt. Maßnahmen dieser Novelle umfassen unter anderem ein Verbot von Kunststofftragetaschen ab 1. Jänner 2020. Ausgenommen davon sind sehr leichte Tragetaschen, so genannte Knotenbeutel, die biologisch abbaubar sind und aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Ein weiterer Punkt der Novelle ist die Abverkaufsfrist von Tragetaschen. Bis 31. Dezember 2020 haben die Unternehmen dafür Zeit. Weiters plant die Bundesregierung ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetikprodukten und Reinigungsmitteln sowie eine Reduktion von Plastikverpackungen um 20 bis 25 Prozent bis 2025.

Hersteller werden in die Pflicht genommen

Das Europäische Parlament hat Ende März 2019 die Einwegplastik-Richtlinie verabschiedet, durch die der Gebrauch dieser Stoffe massiv eingeschränkt wird. „Das ist ein wichtiger Schritt zur Eindämmung der Plastikverschmutzung und ein großer Erfolg für Österreich“, sagt Köstinger dazu. Denn unter der österreichischen Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2018 wurden die Trilog-Verhandlungen zwischen EU-Rat, Parlament und Kommission zu diesem Thema zu einem positiven Abschluss gebracht.

Die Richtlinie sieht vor, dass Einwegprodukte, für die es umweltfreundlichere Alternativen gibt, bis 2021 vom Markt verschwinden müssen. Dazu zählen zum Beispiel Wattestäbchen aus Plastik, Strohhalme, Luftballonstäbe und Plastikgeschirr. Zusätzlich wurde die Reduktion etwa von Einwegtrinkbechern bis 2024 vereinbart. Hersteller von Produkten, die von der Einweg-Plastik-Richtlinie betroffen sind, müssen sich künftig an den Entsorgungskosten beteiligen.

„Wir brauchen keine Plastiksackerl mehr“

In Österreich hat der Ministerrat bereits im Dezember 2018 mehrere Vorhaben zur Reduktion von Plastikabfällen auf nationaler Ebene beschlossen. „Mit unseren Maßnahmen agieren wir schneller und umfassender als die EU“, betont Köstinger.

Österreichweit werden jährlich mehr als 400 Millionen Plastiksackerl allein über den Lebensmittelhandel in Umlauf gebracht. Dadurch entstehen 5.000 bis 7.000 Tonnen Plastikmüll pro Jahr. Dem will die Bundesregierung nun ein Ende setzen. Denn: „Es gibt genügend Alternativen, wir brauchen keine Plastiksackerl mehr in Österreich“, sagt Nachhaltigkeitsministerin Köstinger.