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Reisen in Katastrophengebiete

Nähere Informationen zum Thema "Katastrophenfälle" finden sich ebenfalls auf oesterreich.gv.at.

Rücktrittsrecht

Nach dem Pauschalreisegesetz können Reisende vor Beginn einer Pauschalreise von einem Pauschalreisevertrag kostenlos zurücktreten, wenn am Reiseziel unvermeidbare und außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Durchführung der Pauschalreise oder die Beförderung von Personen an den Bestimmungsort erheblich beeinträchtigen.

Unvermeidbare und außergewöhnliche Umstände – wo und wann?

Voraussetzung für das Rücktrittsrecht ist, dass der Bestimmungsort der Reise oder dessen unmittelbare Nähe von den unvermeidbaren und außergewöhnlichen Umständen betroffen ist. 

Es geht um Gefahren, die zum Buchungszeitpunkt noch nicht bestanden haben. Wenn die Reise nicht unmittelbar bevorsteht, muss möglicherweise abgewartet werden, wie sich die Lage am Zielort entwickelt, damit abgeschätzt werden kann, ob die Reise tatsächlich erheblich beeinträchtigt wird. 

Was sind unvermeidbare und außergewöhnliche Umstände?

Als unvermeidbare und außergewöhnliche Umstände, gelten nach dem Pauschalreisegesetz Gegebenheiten

  • die außerhalb der Kontrolle desjenigen liegen, der sich auf sie beruft, und
  • deren Folgen sich auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Vorkehrungen getroffen worden wären.

Gemeint ist damit, dass sich die Sicherheitslage am Reiseziel plötzlich drastisch verschlechtert. In Betracht kommen z.B.

  • schwerwiegende Beeinträchtigungen der Sicherheit, wie Kriegshandlungen oder  Terroranschläge,
  • erhebliche Risiken für die menschliche Gesundheit, z.B. ein Ausbruch einer schweren Krankheit am Reiseziel, oder
  • Naturkatastrophen, wie Hochwasser oder Erdbeben oder Witterungsverhältnisse, die eine sichere Reise an das im Pauschalreisevertrag vereinbarte Reiseziel unmöglich machen.

Ob bestimmte Geschehnisse im Einzelfall die vom Gesetz geforderten Anforderungen erfüllen, wird anlassbezogen zu beurteilen sein. Dabei könnten auch persönliche Umstände eine Rolle spielen, z.B. sind Schwangere stärker vom Zika-Virus betroffen als andere Reisende.

Welche finanziellen Folgen hat ein Rücktritt?

Bei einem gerechtfertigten Rücktritt ist keine Stornogebühr zu zahlen. Der Reiseveranstalter hat dem Reisenden alle für die Pauschalreise geleisteten Zahlungen unverzüglich, spätestens jedoch binnen 14 Tagen ab Zugang der Rücktrittserklärung, zu erstatten. Darüber hinaus muss der Reiseveranstalter jedoch keine Entschädigungszahlung leisten.

Hat der Reiseveranstalter ein Rücktrittsrecht?

Es kann vorkommen, dass der Reiseveranstalter aufgrund unvermeidbarer und außergewöhnlicher Umständen gar nicht in der Lage ist, eine gebuchte Reise durchzuführen, da z.B. die Hotelanlage durch die Katastrophe völlig zerstört ist. In diesem Fall kann auch er  zurücktreten.

Seine Rücktrittserklärung muss dem Reisenden unverzüglich, spätestens jedoch vor Beginn der Pauschalreise, zugehen. Der Reiseveranstalter hat in diesem Fall dem Reisenden alle für die Pauschalreise getätigten Zahlungen zu erstatten, muss ihm aber keine zusätzliche Entschädigung leisten.

TippTipp

Konsultieren Sie im Anlassfall auch die Website des Europäischen Verbraucherzentrums. Dort ist eine kostenlose Service-Hotline zum Thema "Gefahr am Urlaubsort" (01/ 588 77 63) eingerichtet.

Weiterführende Links

Rechtsgrundlagen

Inhaltlicher Stand: 01.01.2019
Abgenommen durch: Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz