Das Entlastungspaket bringt's: Mehr fürs Leben – fair für alle

So werden die Menschen in Österreich entlastet

Zwei Hände öffnen eine Geldbörse, die mit Geldscheinen gefüllt ist, und im Hintergrund liegt ein Taschenrechner.

Berechnen Sie Ihre persönliche Entlastung

Drei Anti-Teuerungspakete von insgesamt 32,7 Mrd. Euro sorgen zwischen 2022 und 2026 sowohl für kurzfristige Entlastung als auch für nachhaltige, strukturelle Änderungen. Verschaffen Sie sich mit dem Entlastungsrechner des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) einen Überblick und berechnen Sie Ihre persönliche Entlastung:

Zum Entlastungsrechner (→ BMF)

Bereits ausbezahlte Unterstützungen und bisherige Entlastung

August

Sonder-Familienbeihilfe: 180 Euro pro Kind

September

  • Außerordentliche Einmalzahlung an Pensionistinnen/Pensionisten in Höhe von bis zu 500 Euro
    (Für kleine Pensionen – volle Entlastungswirkung bei monatlicher Pension von rund 1.100 bis 1.800 Euro)
  • Außerordentliche Gutschrift an Selbstständige und Bäuerinnen/Bauern in Höhe von bis zu 500 Euro
  • 300 Euro für besonders Betroffene
    (Mindestpensionistinnen/Mindestpensionisten, Mindestsicherungsbezieherinnen/Mindestsicherungsbezieher, Arbeitslose, Studienbeihilfebezieherinnen/Studienbeihilfebezieher)
  • Erhöhter Familienbonus Plus (→ BMF) von jährlich 2.000 Euro für Kinder bis 18 Jahre und jährlich 650 Euro für Kinder über 18 Jahren

September/Oktober

500 Euro für jede Erwachsene/jeden Erwachsenen (Klimabonus & Anti-Teuerungs-Bonus), 250 Euro für jedes Kind

Kommende Entlastungsmaßnahmen

  • Stromkostenbremse
    Die Stromkostenbremse ist für ca. 80 Prozent des Durchschnittsverbrauchs eines Haushalts wirksam und dämpft den Kostenanstieg massiv. Für den Verbrauch über 2.900 kWh hinaus muss der Marktpreis bezahlt werden. Dadurch wird auch ein Anreiz zum Stromsparen gesetzt.
    Der Zuschuss wird von 1. Dezember 2022 bis 30. Juni 2024 automatisiert über den Stromlieferanten abgerechnet, wenn der Strompreis den unteren Schwellenwert von 10 Cent pro kWh übersteigt, und beträgt maximal 30 Cent pro kWh.
    Einkommensschwache Haushalte erhalten zusätzlich zum Stromkostenzuschuss zwischen 1. Jänner 2023 und 30. Juni 2024 einen Netzkostenzuschuss in der Höhe von 75 Prozent. Die jährliche Höhe ist mit 200 Euro begrenzt und wird ebenso wie der Stromkostenzuschuss bei kürzeren Zeiträumen aliquotiert gedeckelt. Anspruchsberechtigt sind jene Haushalte, die auch von den Rundfunkgebühren befreit sind.
  • Abschaffung Kalte Progression
    Um der kalten Progression entgegenzuwirken, werden jährlich die Tarifstufen (→ BMF) (außer die letzte Tarifstufe ab 1 Million Euro) und die Absetzbeträge (→ BMF) (Alleinverdiener-, Alleinerzieher- (→ BMF)Unterhaltsabsetzbetrag (→ BMF) sowie Verkehrs- und Pensionistenabsetzbeträge) samt zugehöriger Einschleifgrenzen sowie die SV-Rückerstattung (→ BMF) um zwei Drittel der Inflationsrate erhöht. Für das verbleibende Drittel sind von der Bundesregierung jährlich zusätzliche Maßnahmen zu beschließen.
    Im Jahr 2023 gilt: Für das Jahr 2023 wurde eine Inflationsrate von 5,2 Prozent errechnet. Die Grenzbeträge der untersten beiden Tarifstufen (→ BMF) werden über die errechnete Inflationsrate hinaus um 6,3 Prozent angehoben. Dadurch werden insbesondere niedrige und mittlere Einkommen über die Inflationsrate hinausgehend entlastet. Bisher waren Bürgerinnen/Bürger ab einem Einkommen von jährlich 11.000 Euro steuerpflichtig. Im Jahr 2023 liegt diese Grenze bei 11.693 Euro. Die Grenzbeträge der weiteren Tarifstufen werden um zwei Drittel der Inflationsrate erhöht. Das entspricht einer Anpassung um 3,47 ̇Prozent und entlastet auch Menschen mit mittleren und höheren Einkommen. Die Absetzbeträge (→ BMF) (Alleinverdiener-, Alleinerzieher- (→ BMF)Unterhaltsabsetzbetrag (→ BMF) sowie Verkehrs- und Pensionistenabsetzbeträge) samt zugehöriger Einschleifgrenzen und die SV-Rückerstattung (→ BMF) werden im Jahr 2023 um die volle Inflationsrate, also um 5,2 Prozent, erhöht.
  • Valorisierung Sozialleistungen
    Sozial- und Familienleistungen (u.a. Kranken- (→ USP), Reha-, Umschulungsgeld, Studienbeihilfe, Familienbeihilfe, Mehrkindzuschlag und Kinderabsetzbetrag) werden erstmalig entsprechend der jährlichen Valorisierungsautomatik angepasst.
  • Absetzbetrag für Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer je nach Arbeitnehmerveranlagung
    Im Jahr 2022 steht Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern ein Teuerungsabsetzbetrag in Höhe von bis zu 500 Euro zu. Dieser kann im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung für das Jahr 2022 geltend gemacht werden.
  • Weitere Senkung der Lohn- und Einkommensteuer
    Mit 1. Juli 2023 wird die dritte Tarifstufe von 42 Prozent auf 40 Prozent gesenkt.
  • Gebührenbremse
    Insgesamt betrifft der Gebührenstopp alle Eingaben und Schriften an sämtliche Behörden und beliehene Unternehmen (auch Landesbehörden und Gemeinden, Zulassungsstellen etc.), die im Gebührengesetz 1957 geregelt sind. Inkludiert sind darin alle Verfahren bei Behörden, egal, ob es sich zum Beispiel um Baubewilligungen oder um Zulassungen von Kfz handelt. Der aktuelle Gebührenstopp gilt bis Juli 2023.

Gesamtübersicht über alle Entlastungspakete

Entlastungspaket 1

Energiepaket mit einem Volumen von insgesamt 1,7 Mrd. Euro:

  • Energiekostenausgleich: 600 Mio. Euro
  • Ökostrompauschale: 350 Mio. Euro
  • Ökostrom-Förderbeitrag: 520 Mio. Euro
  • Teuerungsausgleich für vulnerable Gruppen: 200 Mio. Euro

Entlastungspaket 2

Energiepaket mit einem Volumen von über 2 Mrd. Euro:

  • Erhöhung des Pendlerpauschales (→ BMF) um 50 Prozent, Vervierfachung des Pendlereuros und Erhöhung der SV-Rückerstattung für Pendlerinnen/Pendler mit niedrigem Einkommen um 100 Euro (60 Euro im Jahr 2022 und 40 Euro im Jahr 2023): 420 Mio. Euro
  • Preissenkungen im öffentlichen Verkehr und Angebotserweiterungen: 150 Mio. Euro
  • Senkung der spezifischen Energieabgaben (Erdgasabgabe (→ USP) und Elektrizitätsabgabe (→ USP)) um rund 90 Prozent: 900 Mio. Euro
  • Es ergeht eine Weisung an den Kartellanwalt (BMJ) zur Kontrolle der Öl-Industrie und von Betrieben in der Öl/Diesel/Benzin-Wertschöpfungskette
  • Agrardiesel-Kostenausgleich angelehnt an Systematik nEHS, im derzeit europarechtlich zulässigen Ausmaß
  • Ausgleich von steigenden Energiekosten im öffentlichen Verkehr zur Verhinderung von Preissteigerungen (z.B. Schülerfreifahrten)
  • Entlastung für inländische KMU mit hohem Treibstoffaufwand, insbesondere im Bereich Handwerk, sowie EPU über eine Treibstoffrückvergütung mit einem Volumen von ca. 120 Mio. Euro
  • Liquiditätshilfe für Unternehmen durch Herabsetzung der Vorauszahlungen der ESt/KSt-Zahlungen
  • Unterstützung für Betriebe zum raschen Umstieg auf alternative, dekarbonisierte Antriebsformen: insgesamt 120 Mio. Euro für die Jahre 2022 und 2023
  • Investitionsoffensive Energieunabhängigkeit für Windkraft- und Photovoltaik-Projekte: insgesamt 250 Mio. Euro

Entlastungspaket 3 

Die Regierung hat im Juni weitere Entlastungsmaßnahmen zur Abfederung der Teuerung im Volumen von weiteren mehr als 28 Mrd. Euro bis zum Jahr 2026 beschlossen. Im Paket wird dabei die Dringlichkeit der aktuellen Situation im Rahmen der zur Verfügung stehenden Abwicklungsmöglichkeiten berücksichtigt. Die damit zusammenhängenden technischen und rechtlichen Umsetzungsschritte werden rasch vorangetrieben.

Das Entlastungspaket 3 umfasst die folgenden Maßnahmen:

  • Auszahlung einer zusätzlichen Familienbeihilfe in Höhe von 180 Euro pro Kind (erfolgte im August)
  • Teuerungsausgleich für vulnerable Gruppen in Höhe von 300 Euro (wird von den jeweiligen Auszahlungsstellen seit 1. September 2022 ausbezahlt)
  • Bis spätestens 30. September wird der erhöhte Familienbonus Plus (→ BMF) in Höhe von 2.000 Euro für Kinder unter 18 Jahren für das Jahr 2022 im Zuge der Lohnverrechnung wirksam.
  • Erhöhter Kindermehrbetrag (→ BMF) in Höhe von 550 Euro (wird für das Jahr 2022 ab Anfang 2023 wirksam)
  • Teuerungsabsetzbetrag für Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer (wird ab Anfang 2023 rückwirkend für 2022 wirksam)
  • Zur zusätzlichen Entlastung von Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern kann in den Jahren 2022 und 2023 eine steuer- und abgabenfreie Teuerungsprämie in Höhe von jeweils bis zu 3.000 Euro von der Arbeitgeberin/vom Arbeitgeber ausbezahlt werden.
  • Ab September werden der erhöhte Klimabonus sowie der Anti-Teuerungsbonus ausbezahlt. Dadurch werden alle in Österreich lebenden Erwachsenen in Höhe von mindestens 500 Euro unterstützt.

Langfristige Maßnahmen ab dem Jahr 2023

Ab 1. Jänner 2023 werden die Abschaffung der kalten Progression, die Senkung der Lohnnebenkosten sowie die Valorisierung der Familien- und Sozialleistungen wirksam. Dadurch werden die Menschen und Unternehmen dauerhaft entlastet.

Weiterführende Links

Weitere Informationen finden Sie auf den Websites der für die Maßnahmen zuständigen Ministerien:

Letzte Aktualisierung: 21. Oktober 2022

Für den Inhalt verantwortlich: Bundesministerium für Finanzen