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Unterstützungsangebote bei Demenz

Das Risiko, an Demenz zu erkranken, steigt mit dem Alter an. Aus dem Blickwinkel der Pflege und Betreuung nimmt das Thema Demenz einen besonderen Stellenwert ein, zumal der größte Teil der Menschen mit demenziellen Beeinträchtigungen zu Hause von Angehörigen versorgt wird.

Die besonders belastende Pflege und Betreuung von Menschen mit demenziellen Beeinträchtigungen wird im Bundespflegegeldgesetz folgendermaßen berücksichtigt:

  • Bei der Feststellung des Pflegebedarfes wird die spezielle Situation von Menschen mit demenziellen Beeinträchtigungen mit einem Erschwerniszuschlag in der Höhe von 25 Stunden pro Monat berücksichtigt. Dieser Zuschlag soll im fortgeschrittenen Stadium den Mehraufwand für die Pflege erschwerenden Faktoren der gesamten Pflegesituation pauschal abgelten.
  • Nahe Angehörigen eines Menschen, dem zumindest Pflegegeld der Stufe 3 gebührt, können Zuwendungen für die Ersatzpflege erhalten, wenn sie wegen Krankheit oder Urlaub die Pflege nicht selbst erbringen können. Bei einer nachgewiesenen demenziellen Erkrankung genügt bereits ein Pflegegeld der Stufe 1. Die jährliche Höchstzuwendung für pflegende Angehörige von Menschen mit demenzieller Beeinträchtigung wurde mit Wirkung vom 1.1.2017 um 300 Euro in allen Stufen erhöht (1.500 Euro - 2.500 Euro).
  • Bei Vorliegen eines Pflegegeldes zumindest in Höhe der Stufe 3 haben Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer die Möglichkeit der Vereinbarung einer Pflegekarenz bzw. einer Pflegeteilzeit. Während dieser Zeit gibt es einen Motivkündigungsschutz, einen Rechtsanspruch auf das Pflegekarenzgeld sowie eine sozialrechtliche Absicherung der Pflegeperson. Bei Vorliegen einer nachgewiesenen demenziellen Beeinträchtigung ist ein Pflegegeld der Stufe 1 ausreichend.
  • Ab 1. Jänner 2020 haben Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer in Betrieben mit mehr als fünf Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern zudem einen Rechtsanspruch auf Pflegekarenz/Pflegeteilzeit. Die Dauer beträgt dabei bis zu maximal vier Wochen, wobei die so konsumierten Zeiten auf die gesetzlich mögliche Dauer der vereinbarten Pflegekarenz/Pflegeteilzeit anzurechnen sind.
  • Auf Wunsch bietet das Sozialministerium im Rahmen der Qualitätssicherung in der häuslichen Pflege einen kostenlosen Hausbesuch zur Beratung durch eine diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson an. Angehörige, die sich aufgrund der Pflegesituation psychisch belastet fühlen, können zudem ein psychologisches Angehörigengespräch in Anspruch nehmen. Diese Angebote können kostenlos und österreichweit beim Kompetenzzentrum Qualitätsscherung in der häuslichen Pflege unter qualitaetssicherung@svb.at bzw. angehoerigengespraech@svb.at oder telefonisch unter 01/797 06 2705 angefordert werden.

Darüber hinaus bestehen für pflegende Angehörige verschiedene Möglichkeiten der beitragsfreien sozialversicherungsrechtlichen Absicherung in der Pensions- und in der Krankenversicherung.

Tipp

Mobile und ambulante soziale Dienste können die Pflege zu Hause erleichtern und pflegende Angehörige entlasten.

Weiterführende Links

Rechtsgrundlagen

Inhaltlicher Stand: 19. Februar 2020

Abgenommen durch: Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz