Der Gebrauch von Cookies erlaubt uns Ihre Erfahrungen auf dieser Website zu optimieren. Wir verwenden Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Durch Fortfahren auf unserer Website stimmen Sie dieser Verwendung zu. Erfahren Sie mehr

Verständigung der Polizei

Allgemein

In Akutsituationen, wo mit Gewalt gedroht oder Gewalt bereits angewendet wurde, sollte durch eine Verständigung der Polizei sofortige Hilfe angefordert werden!

Neben den Opfern können sich auch Angehörige, sonstige Beteiligte sowie Zeuginnen/Zeugen (z.B. Nachbarinnen/Nachbarn) an die nächstgelegene Polizeidienststelle (Polizeiinspektion) oder den österreichweit erreichbaren Notruf 133 wenden.

Anzeigepflicht der Ausübenden der Gesundheitsberufe

Verdacht auf gerichtlich strafbare Handlung

Ab sofort müssen Angehörige der Gesundheitsberufe Anzeige an die Kriminalpolizei oder Staatsanwaltschaft erstatten, wenn sich

  • in Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit
  • der begründete Verdacht auf eine gerichtlich strafbare Handlung ergibt, herbeigeführt durch
    • Tod, schwere Körperverletzung oder Vergewaltigung von Personen oder
    • Misshandlung, Quälen, Vernachlässigen, sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen oder von nicht handlungs- oder entscheidungsfähigen oder von wehrlosen Erwachsenen (wegen Gebrechlichkeit, Krankheit oder geistiger Behinderung).

Hinweis

 Zur Anzeige Verpflichtete können sich an die nächstgelegene Polizeidienststelle (Polizeiinspektion) wenden oder den österreichweit erreichbaren Notruf 133  wählen.

Betroffen sind folgende Gesundheitsberufe:

  • Ärztinnen/Ärzte,
  • Gesundheits- und Krankenpflegeberufe,
  • Hebammen,
  • Kardiotechnischer Dienst,
  • Gehobene medizinisch-technische Dienste,
  • Medizinische Assistenzberufe,
  • Medizinische Masseurinnen/Masseure
  • Heilmasseurinnen/Heilmasseure,
  • Sanitäterinnen/Sanitäter,
  • Zahnärztlichen Berufe,
  • Musiktherapeutinnen/Musiktherapeuten,
  • Psychologinnen/Psychologen und
  • Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten

Ausnahmen von der Anzeigepflicht

Achtung

Wenn eine erwachsene Patientin/ein erwachsener Patient (voll handlungs- und entscheidungsfähig!) es ausdrücklich wünscht, besteht keine Anzeigepflicht. Eine Anzeige muss ebenso nicht erstattet werden, wenn dadurch eine Therapie bzw. Behandlung beeinträchtigt werden würde, die ein persönliches Vertrauensverhältnis voraussetzt. Anders ist es, wenn eine unmittelbare Gefahr besteht, dann sind diese Ausnahmen nicht möglich.

In den einzelnen Berufsgesetzen sind diese und weitere Ausnahmen geregelt. Angehörige der Gesundheitsberufe sind demnach ebenso nicht zur Anzeige verpflichtet sind, wenn

  • angestellte Berufsangehörige bereits eine Meldung an ihre Dienstgeberin/ihren Dienstgeber gemacht haben und durch diese/diesen Anzeige erstattet wurde oder
  •  im Fall von Kindern/Jugendlichen bei Verdacht gegen deren Angehörige eine Mitteilung an die Kinder- und Jugendhilfeträger und gegebenenfalls die Einbeziehung einer Kinderschutzeinrichtung an einer Krankenanstalt erfolgt ist.

Weiterführende Links

Inhaltlicher Stand: 19.11.2019
Abgenommen durch:
  • Bundesministerium für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz
  • Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz