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Allgemeine Hinweise zu Gewalt an älteren Menschen

Eine im Jahr 2017 veröffentlichte WHO-Studie kommt zu dem Schluss, dass im vergangenen Jahr 15,7 Prozent der Menschen ab 60 Jahren von Gewalt betroffen sind. Die Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit der Betroffenen können gravierend sein. Infolge der demografischen Entwicklungen mit mehr als einer Verdoppelung der Weltbevölkerung ab 60 Jahren von 900 Millionen im Jahr 2015 auf rund 2 Milliarden im Jahr 2050 ist auch mit einer Zunahme an Gewalt zu rechnen.

Schätzungen einer WHO-Studie aus dem Jahr 2011 zufolge sterben allein in Europa jährlich rund 2.500 Menschen an den Folgen von Gewalt.

Gewalt kann überall dort vorkommen, wo ältere Menschen leben: zu Hause, im öffentlichen Bereich, in Alten- und Pflegeheimen, aber auch in Tageseinrichtungen oder in Krankenhäusern. Sie geschieht meist im Verborgenen, trifft nicht nur pflegebedürftige Menschen und tritt in allen Bevölkerungsgruppen auf.

Gewalt an älteren Menschen entsteht nicht zufällig und selten spontan. Es gibt dafür auch keine einfachen Ursachen-Wirkungserklärungen. Vielfältige Bedingungen sind dafür ausschlaggebend, dass sich Situationen ergeben, in denen Gewalt auftritt: Überforderung in Betreuungssituationen, zu wenig Information über unterstützende Angebote und fehlende Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch, aber auch organisatorische Regeln in Betreuungseinrichtungen, die unvereinbar sind mit dem Wunsch nach Individualität und Zuwendung. Von Bedeutung ist auch das gesellschaftliche Klima: Negative Vorurteile und abwertende Einstellungen gegenüber älteren Menschen bilden den Nährboden dafür, dass respektloses Verhalten, Demütigungen und Übergriffe toleriert werden.

Das Wegsehen, das Bagatellisieren, aber auch das Dulden von Gewalthandlungen führen dazu, dass diese vermehrt auftreten.

Inhaltlicher Stand: 29. Januar 2020

Abgenommen durch: Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz