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Änderung der Geschlechtszugehörigkeit

Allgemeine Informationen

Im zentralen Personenstandsregister werden

  • die Geburten aller österreichischen Staatsbürgerinnen/Staatsbürger und
  • aller in Österreich geborenen Personen (unabhängig von der Staatsbürgerschaft)

einschließlich der Geschlechtszugehörigkeit eingetragen. Erfasst werden darüber hinaus Konventionsflüchtlinge und in Österreich lebende Staatenlose und Personen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit.

Hinweis

Für Personen, die weder in Österreich geboren sind noch die österreichische Staatsbürgerschaft oder einen Asylstatus haben, gilt  grundsätzlich für die Personenstandsänderung das Recht des Landes ihrer Staatsbürgerschaft (dieses kann auf das österreichisches Recht verweisen).

Die Daten über den  Geschlechtseintrag können im Zentralen Personenstandsregister auf Antrag geändert werden.

Voraussetzungen

Transsexualität

Eine geschlechtsangleichende Operation oder Scheidung sind für eine Änderung des Geschlechts in Österreich keine Voraussetzung.

Der Verwaltungsgerichtshof formulierte in seiner Judikatur Voraussetzungen, nach denen die Personenstandsbehörde die Beurkundung des Geschlechts zu ändern hat (VwSlg 17640 A/2009):

"In Fällen, in denen eine Person unter der zwanghaften Vorstellung gelebt hat, dem anderen Geschlecht zuzugehören, und sich geschlechtskorrigierenden Maßnahmen unterzogen hat, die zu einer deutlichen Annäherung an das äußere Erscheinungsbild des anderen Geschlechts geführt haben, und bei der mit hoher Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen ist, dass sich am Zugehörigkeitsempfinden zum anderen Geschlecht nichts mehr ändern wird, ist die betreffende Person als Angehörige des Geschlechts anzusehen, das ihrem äußeren Erscheinungsbild entspricht. Sollte diese Voraussetzung gegeben sein, hat die Personenstandsbehörde die Beurkundung des Geschlechts im Geburtenbuch zu ändern, weil sie nach der Eintragung unrichtig geworden ist."

Intersexualität

Mit der Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofs  wurde festgestellt, dass es eine weitere, vom männlichen und weiblichen Geschlecht biologisch verschiedene Geschlechtskategorie (Intersexualität) gibt. Diese intersexuellen Personen haben ein Recht auf Eintragung ihrer Geschlechtskategorie im Personenstandsregister (VfSlg 20258/2018).

Für die Eintragung der Geschlechtskategorie stehen die Begriffe „divers“, „inter“ oder „offen“ zur Verfügung. Weiters ist auch eine Streichung des Geschlechtseintrags möglich.

Zuständige Stelle

Personenstandsbehörden sind:

Die MA 63 legt für in Wien geborene volljährige Personen folgenden grundsätzlichen Voraussetzungen für die Änderung des Geschlechts bei Transsexuellen  fest:

ein Gutachten einer Fachärztin/eines Facharztes für Psychiatrie oder einer Psychotherapeutin/eines Psychotherapeuten oder einer klinischen Psychologin/eines klinischen Psychologen, das Folgendes enthält:

  • Diagnose "Transidentität"
  • Erklärung, dass ein Zugehörigkeitsempfinden zum anderen Geschlecht besteht und dieses aller Voraussicht nach weitgehend irreversibel ist
  • Mitteilung, dass eine deutliche Annäherung an das äußere Erscheinungsbild des anderen Geschlechts zum Ausdruck kommt

Mangels ausdrücklicher Regelung kann es je nach Bundesland zu unterschiedlich formulierten Voraussetzungen bzw. geforderten Unterlagen kommen.

Weitere Behördenwege

Erst nach der Änderung des Geschlechts kann ein neuer, geschlechtsspezifischer Vorname durch eine Namensänderung von Erwachsenen bzw. von Minderjährigen angenommen werden.

Tipp

In Österreich können Namensänderungen von ausländischen Staatangehörigen nur dann durchgeführt werden, wenn diese staatenlos sind, die Staatsangehörigkeit ungeklärt ist und die Personen den gewöhnlichen Aufenthalt in Österreich haben oder Flüchtlinge im Sinne der Konvention über die Rechtsstellung der Flüchtlinge und des Protokolls über die Rechtsstellung der Flüchtlinge mit Wohnsitz bzw. gewöhnlichem Aufenthalt in Österreich sind.

Das Standesamt stellt in weiterer Folge eine neue Geburtsurkunde aus. Mit dieser Geburtsurkunde kann die Neuausstellung aller relevanten Dokumente beantragt werden, wie z.B.

Weiterführende Links

Rechtsgrundlagen

 §§ 2, 41 Personenstandsgesetz (PStG 2013)

Letzte Aktualisierung: 15. September 2020

Für den Inhalt verantwortlich: Bundesministerium für Inneres