Änderung der Geschlechtszugehörigkeit

Allgemeine Informationen

Im zentralen Personenstandsregister werden

  • die Geburten aller österreichischen Staatsbürgerinnen/Staatsbürger und
  • aller in Österreich geborenen Personen (unabhängig von der Staatsbürgerschaft)

einschließlich der Geschlechtszugehörigkeit eingetragen. Erfasst werden darüber hinaus Konventionsflüchtlinge und in Österreich lebende Staatenlose und Personen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit.

Hinweis

Für Personen, die weder in Österreich geboren sind noch die österreichische Staatsbürgerschaft oder einen Asylstatus haben, gilt grundsätzlich für die Personenstandsänderung das Recht des Landes ihrer Staatsbürgerschaft (dieses kann auf das österreichisches Recht verweisen).

Die Daten über den Geschlechtseintrag können im Zentralen Personenstandsregister auf Antrag geändert werden.

Voraussetzungen

Transsexualität

Eine geschlechtsangleichende Operation oder Scheidung sind für eine Änderung des Geschlechts in Österreich keine Voraussetzung.

Nach der höchstgerichtlichen Judikatur im Zusammenhang mit Transsexualität ist für die Änderung des Geschlechtes ein irreversibles Zugehörigkeitsempfinden zum anderen Geschlecht und eine deutliche Annäherung an das äußere Erscheinungsbild des anderen Geschlechts gefordert (VwGH 15.09.2009, 2008/06/0032, VwSlg 17746 A/2009). Dies kann in aller Regel nur durch Einholung eines Sachverständigengutachtens ausreichend geklärt werden.

Intersexualität

Mit der Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofs  wurde festgestellt, dass es eine weitere, vom männlichen und weiblichen Geschlecht biologisch verschiedene Geschlechtskategorie (Intersexualität) gibt. Diese intersexuellen Personen haben ein Recht auf Eintragung ihrer Geschlechtskategorie im Personenstandsregister (VfSlg 20258/2018).

Für die Eintragung der Geschlechtskategorie stehen die Begriffe „divers“, „inter“ oder „offen“ zur Verfügung. Weiters ist auch eine Streichung des Geschlechtseintrags möglich.

Zuständige Stelle

Personenstandsbehörden sind:

Die MA 63 (→ Stadt Wien) legt für in Wien geborene volljährige Personen folgenden grundsätzlichen Voraussetzungen für die Änderung des Geschlechts bei Transsexuellen  fest:

ein Gutachten einer Fachärztin/eines Facharztes für Psychiatrie oder einer Psychotherapeutin/eines Psychotherapeuten oder einer klinischen Psychologin/eines klinischen Psychologen, das Folgendes enthält:

  • Diagnose "Transidentität"
  • Erklärung, dass ein Zugehörigkeitsempfinden zum anderen Geschlecht besteht und dieses aller Voraussicht nach weitgehend irreversibel ist
  • Mitteilung, dass eine deutliche Annäherung an das äußere Erscheinungsbild des anderen Geschlechts zum Ausdruck kommt

Mangels ausdrücklicher Regelung kann es je nach Bundesland zu unterschiedlich formulierten Voraussetzungen bzw. geforderten Unterlagen kommen.

Gegen einen Bescheid der Personenstandsbehörde (Standesamt) kann eine Beschwerde beim jeweiligen Landesverwaltungsgericht erhoben werden. Diese ist binnen vier Wochen bei der Behörde einzubringen, die den Bescheid erlassen hat.

Weitere Behördenwege

Erst nach der Änderung des Geschlechts kann ein neuer, geschlechtsspezifischer Vorname durch eine Namensänderung von Erwachsenen bzw. von Minderjährigen angenommen werden.

Tipp

In Österreich können Namensänderungen von ausländischen Staatangehörigen nur dann durchgeführt werden, wenn diese staatenlos sind, die Staatsangehörigkeit ungeklärt ist und die Personen den gewöhnlichen Aufenthalt in Österreich haben oder Flüchtlinge im Sinne der Konvention über die Rechtsstellung der Flüchtlinge und des Protokolls über die Rechtsstellung der Flüchtlinge mit Wohnsitz bzw. gewöhnlichem Aufenthalt in Österreich sind.

Das Standesamt stellt in weiterer Folge eine neue Geburtsurkunde aus. Mit dieser Geburtsurkunde kann die Neuausstellung aller relevanten Dokumente beantragt werden, wie z.B.

Weiterführende Links

Rechtsgrundlagen

 §§ 2, 41 Personenstandsgesetz (PStG 2013)

Letzte Aktualisierung: 2. September 2021

Für den Inhalt verantwortlich: Bundesministerium für Inneres