Der Gebrauch von Cookies erlaubt uns Ihre Erfahrungen auf dieser Website zu optimieren. Wir verwenden Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Durch Fortfahren auf unserer Website stimmen Sie dieser Verwendung zu. Erfahren Sie mehr

Schülerinnen und Schüler mit anderen Erstsprachen als Deutsch

Im Schuljahr 2018/19 verwendeten über 26 Prozent aller Schülerinnen/Schüler in Österreich in ihrem Alltag neben Deutsch eine oder mehrere andere Sprachen. Sprachliche Vielfalt ist somit an österreichischen Schulen längst Realität. Es ist eine wesentliche Aufgabe der Schule, alle Kinder und Jugendlichen unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen (sprachlichen) Voraussetzungen bestmöglich zu fördern. Davon profitieren nicht nur die betroffenen Kinder und Jugendlichen, sondern die gesamte Gesellschaft.

Bildungssprache Deutsch

Der Erwerb beziehungsweise die Kenntnis der Unterrichts- und Bildungssprache Deutsch stellt die Grundlage für die Beteiligung an allen Bildungsprozessen dar und bildet damit eine wesentliche Voraussetzung für den Schulerfolg, die spätere Integration in den Arbeitsmarkt sowie für die Teilhabe am politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben in Österreich. Damit werden gezielte Maßnahmen zur Deutschförderung im allgemeinbildenden Schulwesen und Initiativen am Übergang von elementaren Bildungseinrichtungen in die Grundschule gesetzt.

Frühe Sprachliche Förderung in elementarpädagogischen Einrichtungen

Zur Feststellung der Sprachkompetenzen von Kindern kommt im letzten Jahr vor Schuleintritt ein bundesweit einheitliches Instrument in zwei Varianten ("BESK KOMPAKT" für Kinder mit Deutsch als Erstsprache sowie "BESK-DaZ Kompakt" für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache) seit 2019/2020 österreichweit verpflichtend zum Einsatz. Basierend auf den Ergebnissen des Sprachstandinstruments wird ein verpflichtendes Übergabeblatt von der elementaren Bildungseinrichtung an die Grundschulen übermittelt, welches Informationen bezüglich der Stärken und förderbaren Bereiche eines Kindes im Bereich der Sprache gibt und eine konkrete Ausgangslage für die weitere Förderplanung bietet.

Deutschfördermodell für außerordentliche Schülerinnen/Schüler

Schülerinnen/Schüler, die dem Unterricht auf Grund unzureichender Sprachkenntnisse nicht folgen können, werden seit dem Schuljahr 2018/2019 in Deutschförderklassen oder Deutschförderkursen unterrichtet. Ziel des Deutschfördermodells für außerordentliche Schülerinnen/Schüler ist das frühzeitige und intensive Erlernen der Unterrichtssprache Deutsch, damit diese Schülerinnen/Schüler rasch nach dem Lehrplan der betreffenden Schulart und Schulstufe gemeinsam im Klassenverband unterrichtet werden können.

Die Zuteilung zu einer Deutschförderklasse beziehungsweise zu einem Deutschförderkurs erfolgt auf Basis von MIKA-D, einem österreichweit einheitlichen, standardisierten Testverfahren.

Um den Sprachfortschritt der Schülerinnen/Schüler dokumentieren und bestens unterstützen zu können, sind im Unterricht verpflichtend Diagnoseinstrumente einzusetzen, auf deren Grundlage individuelle Förderpläne zu erstellen sind. Das BMBWF emp­fiehlt für den Einsatz in Deutschförderklassen und Deutschförderkursen, aber auch im Regelunterricht das Förderdiagnoseinstrument USB DaZ.

Sprachsensibler Unterricht

Für Sprachhandlungen im Unterricht sind neben fachlichem Wissen bildungssprachliche Kompetenzen notwendig, die nicht allein im Deutschunterricht aufgebaut werden können. Es bedarf daher einer sprachsensiblen Gestaltung aller Unterrichtsfächer. Im Zentrum des sprachsensiblen Unterrichts steht die Förderung der sprachlichen Weiterentwicklung aller Schüler/innen vor allem im Bereich der Bildungs- und Fachsprache.

Das ÖSZ hat im Auftrag des BMBWF umfangreiche Materialien für einen sprachsensiblen Unterricht auf Primar- und Sekundarstufe (Allgemein- und Berufsbildung) entwickelt.

Mehrsprachigkeit und Muttersprachlicher Unterricht

Für Kinder mit anderen Erstsprachen als Deutsch bzw. Kinder, die zweisprachig aufwachsen, gibt es den muttersprachlichen Unterricht. Dieser ist Teil des österreichischen Regelschulwesens und stellt ein wichtiges pädagogisches Angebot zur Förderung der Kompetenzen in der Zweitsprache und zur Stärkung der Persönlichkeits- und Identitätsbildung der Kinder und Jugendlichen dar. Der Muttersprachliche Unterricht ist aus kulturellen und wirtschaftlichen Gründen eine wertvolle Ressource und trägt zur Chancengerechtigkeit des österreichischen Bildungssystems bei. Er wird an Volksschulen als unverbindliche Übung und an den anderen Schularten als Freigegenstand oder ebenfalls als unverbindliche Übung angeboten. Im Schuljahr 2017/18 wurden 26 Sprachen im Rahmen des muttersprachlichen Unterrichts unterrichtet.

Rechtsgrundlage

Schulorganisationsgesetz (SchOG)

Weiterführende Links

Abgenommen durch: Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung