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Sozialversicherungsbeiträge für ältere Arbeitnehmer

Die Beiträge zur Sozialversicherung (Kranken-, Pensions-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung), die sowohl Dienstgeberinnen/Dienstgeber als auch Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer entrichten müssen, richten sich nach bestimmten Beitragsgruppen. In welche Beitragsgruppe eine Arbeitnehmerin/ein Arbeitnehmer eingestuft wird, hängt grundsätzlich davon ab, welche Art von Beschäftigung vorliegt (z.B. Arbeiterin/Arbeiter bzw. Angestellte/Angestellter, freie Dienstnehmerin/freier Dienstnehmer, geringfügig Beschäftigte).

Besondere Bestimmungen gibt es für ältere Arbeitnehmerinnen/ältere Arbeitnehmer:

Arbeitslosenversicherungsbeitrag

Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung beträgt unabhängig von der Art der Beschäftigung sechs Prozent der Beitragsgrundlage, d.h. des monatlichen Bruttoverdienstes. Die Beiträge werden sowohl für laufendes Entgelt als auch für Sonderzahlungen entrichtet (Dienstgeberanteil: drei Prozent, Dienstnehmeranteil: drei Prozent).

Ausnahme: Für Einkommen bis 1.681 Euro brutto wird kein Dienstnehmeranteil mehr eingehoben. Für Einkommen zwischen 1.681 Euro und 1.834 Euro brutto beträgt der Dienstnehmeranteil ein Prozent der Beitragsgrundlage, für Einkommen zwischen 1.834 Euro und 1.987 Euro brutto zwei Prozent (Werte 2019).

Für ältere Arbeitnehmerinnen/ältere Arbeitnehmer gilt:

Die Pflichtversicherung in der Arbeitslosenversicherung endet, wenn sämtliche Anspruchsvoraussetzungen für eine Alterspension mit Ausnahme der Korridorpension (Mindestalter, erforderliche Anzahl von Versicherungs- und Beitragsmonaten) erfüllt sind.

Die Arbeitslosenversicherungspflicht endet spätestens mit 63 Jahren (ein Jahr nach dem gesetzlichen Mindestalter für eine Korridorpension).

Auch der IESG-Zuschlag (ein Link zum Insolvenz-Entgeltsicherungsgesetz findet sich am Ende der Seite) ist von der Dienstgeberin/vom Dienstgeber zu entrichten bis die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer 63 Jahre alt ist.

Diese Regelungen gelten für Arbeiterinnen/Arbeiter, Angestellte sowie freie Dienstnehmerinnen/freie Dienstnehmer.

Wegfall des Beitrags zur Unfallversicherung

Der Beitrag zur Unfallversicherung beträgt unabhängig von der Art der Beschäftigung 1,3 Prozent der Beitragsgrundlage. Für Frauen und Männer ab 60 Jahren fällt dieser Beitrag ab dem auf den 60. Geburtstag folgenden Kalendermonat weg. Sie bleiben trotzdem weiter unfallversichert – die Beiträge werden jedoch aus Mitteln der Unfallversicherung getragen.

Auf die Höhe des Nettogehalts der Arbeitnehmerin/des Arbeitnehmers hat der Wegfall dieses Beitrages keine Auswirkung, da die Unfallversicherung nur von der Dienstgeberin/vom Dienstgeber finanziert wird.

Dienstgeberabgabe für geringfügig Beschäftigte über 60 Jahre

Dienstgeberinnen/Dienstgeber, für die mehrere geringfügig Beschäftigte tätig sind, müssen, wenn die Lohnsumme der geringfügig Beschäftigten das Eineinhalbfache der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze überschreitet (für das Jahr 2019 sind das 670,22 Euro), eine sogenannte Dienstgeberabgabe entrichten. Dieser Pauschalbetrag zur Kranken- und Pensionsversicherung beträgt grundsätzlich 16,4 Prozent der Beitragsgrundlage (in diesem Fall ist das die Lohnsumme aller geringfügigen Entgelte einschließlich Sonderzahlungen).

Dazu kommt noch der Beitrag zur Unfallversicherung, womit insgesamt 17,7 Prozent von der Dienstgeberin/vom Dienstgeber zu entrichten sind.

Beschäftigt eine Dienstgeberin/ein Dienstgeber aber mehrere über 60-jährige geringfügig Beschäftige, bleibt es bei einer Dienstgeberabgabe von 16,4 Prozent, da auch für geringfügig Beschäftigte über 60 Jahre kein Beitrag zur Unfallversicherung geleistet werden muss.

Rechtsgrundlagen

Inhaltlicher Stand: 01.01.2019
Abgenommen durch: Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz