Pflegegeld 2021: Was es zu beachten gibt Aufgrund einer Krankheit, des Alters oder einer Behinderung benötigen manche Menschen besondere Hilfe und Unterstützung. Um Pflegebedürftige und ihre pflegenden Angehörigen finanziell zu entlasten, unterstützt der Bund Betroffene in Form des Pflegegeldes. Die Höhe richtet sich nach dem Pflegebedarf. Mit Jänner 2021 wurde es in allen Stufen um 1,5 Prozent angehoben.

Die Betreuung pflegebedürftiger Menschen kann zeit- aber auch kostenintensiv sein. Damit Betroffene keine finanziellen Engpässe erleben müssen, soll das Pflegegeld hier unter die Arme greifen und dafür sorgen, dass die nötige Pflege gesichert ist. Pflegebedürftige sollen dadurch ein möglichst selbstbestimmtes Leben in der eigenen Umgebung führen können, das sich nach ihren Bedürfnissen orientiert. Das Pflegegeld wird als pauschale Geldleistung abgegolten, wodurch ein Teil der Mehraufwendungen, die durch die Pflege entstehen, abgedeckt werden soll.

Wer kann Pflegegeld beantragen und wieviel?

Damit ein Anspruch auf Pflegegeld besteht, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Grundsätzlich gelten jene Personen als anspruchsberechtigt, die einen ständigen Pflegebedarf aufgrund einer körperlichen, psychischen oder geistigen Behinderung aufweisen. Außerdem muss ein Pflegebedarf von mehr als 65 Stunden im Monat nachgewiesen werden können und der gewöhnliche Aufenthalt der betroffenen Person in Österreich sein. Zu pflegende Personen benötigen meist Unterstützung bei alltäglichen Dingen, die sie alleine nicht vollrichten können, beispielsweise beim Kochen, Essen, der Körperpflege oder bei Hilfsleistungen aus dem sachlichen Lebensbereich.

Je nach Ausmaß des Pflegebedarfs wird auch die Höhe des Pflegegeldes berechnet und nach benötigter Stundenanzahl für die Pflege in sieben Stufen unterteilt. Wie viele Stunden monatlich für Betreuungsmaßnahmen und Hilfsleistungen aufgewendet werden müssen, wird durch eine Ärztin, einen Arzt oder eine Pflegefachkraft bestimmt. Eine genaue Auflistung der Pflegestufen findet sich auf der Seite des Sozialministeriums.

Neuerungen 2021: Pflegegeld und Angehörigengespräch

Seit 2020 wird das Pflegegeld jährlich mit 1. Jänner in allen Stufen angehoben. Die Erhöhung richtet sich nach dem Pensions-Anpassungsfaktor und beträgt im Jahr 2021 1,5 Prozent. Im Detail bedeutet das pro Pflegestufe eine Höhe von:

  1. Stufe: 162,50 Euro
  2. Stufe: 299,60 Euro
  3. Stufe: 466,80 Euro
  4. Stufe: 700,10 Euro
  5. Stufe: 951,00 Euro
  6. Stufe: 1.327,90 Euro
  7. Stufe: 1.745,10 Euro

Das Pflegegeld wird zwölf Mal im Jahr monatlich an Berechtigte ausbezahlt. Lohnsteuer und Krankenversicherungsbeiträge fallen keine an.

Um pflegende Angehörige zu unterstützen, wird 2021 außerdem die Möglichkeit des Angehörigengesprächs ausgeweitet. Pflegende, die sich durch die Anstrengung der intensiven Pflege belastet fühlen oder einer solchen vorbeugen möchten, können sich mit geschulten Psychologinnen und Psychologen austauschen. Dies kann kostenlos unter der Nummer 05 08 08-2087 in Anspruch genommen werden oder per E-Mail unter angehoerigengespraech@svqspg.at. Nähere Infos dazu finden sich auf der Seite des Sozialministeriums.

Wo wird der Antrag auf Pflegegeld gestellt?

Das Pflegegeld kann von der betroffenen Person selbst, Angehörigen oder gesetzlichen Vertretern bei einer zuständigen Stelle beantragt werden. Personen, die eine Pension oder Rente beziehen, wenden sich an ihren Versicherungsträger, beispielsweise an die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) oder die Sozialversicherungsanstalt der Selbstständigen (SVA). Berufstätige, Mitversicherte oder Personen, die Mindestsicherung erhalten, richten ihren Antrag allgemein an die Pensionsversicherungsanstalt. Möchte man das Pflegegeld erhöhen, da sich der Gesundheitszustand verschlechtert, sind die Anträge hinsichtlich der Aufstockung ebenfalls an diese Stellen zu richten.

Was bei der Antragsstellung beachtet werden muss

Grundsätzlich kann der Antrag auf Pflegegeld formlos erfolgen. Sollte es passieren, dass der Antrag an die falsche Stelle gelangt, ist diese verpflichtet, sie an die zuständige Stelle weiterzuleiten. Wenn Antragstellende ärztliche Atteste oder Befunde besitzen, die Aufschluss über den Gesundheitszustand der zu pflegenden Person geben, sollten diese dem Antrag beigefügt werden.

Nachdem der Antrag eingebracht wurde, erhalten die antragsstellenden Personen ein Formular, in dem angegeben werden soll, bei welchen Tätigkeiten Betroffene unterstützt werden müssen und ob weitere Leistungen für die Pflege in Anspruch genommen werden. Nicht vergessen: Das Formular muss unbedingt unterschrieben werden und an die zuständige Stelle zurückgeschickt werden!

Um feststellen zu können, ob ein Pflegebedarf vorliegt, wird anschließend per Hausbesuch durch eine ärztliche Fachkraft oder eine kundige Pflegekraft ein Gutachten erstellt, auf dessen Basis die zuständigen Stellen über den Erhalt und die Höhe des Pflegegeldes entscheiden.

Nähere Informationen

Weitere Infos zum Pflegegeld, wie auch wichtige Formulare für die Antragsstellung finden Sie auf österreich.gv.at oder auf der Seite des Sozialministeriums.

Letzte Aktualisierung: 18. Februar 2021