Wissenswertes über Grippe und Grippeimpfung In Österreich nimmt die Grippewelle meist Ende Dezember Fahrt auf und erreicht ihren Höhepunkt im Jänner. Die beste Zeit für die Grippeimpfung ist somit im November. Ob es auch für Sie wichtig wäre, eine Impfung in Erwägung zu ziehen, was die echte Grippe ist und wie genau Impfstoffe schützen können, lesen Sie hier.

Eines vorweg: Impfungen bieten einen wirksamen Schutz gegen Infektionskrankheiten. Dieses Jahr ist es besonders wichtig, die Übertragung von Influenzaviren zu stoppen. Denn eine Reduktion der aufgrund von Influenza hospitalisierten Patientinnen und Patienten mitten in der COVID-19-Pandemie hilft, die Belastung des Gesundheitssystems zu reduzieren. Außerdem werden dadurch Co-Infektionen vermieden und Diagnosen erleichtert.

Schnupfen oder "Grippe"?

Eine Influenza-Erkrankung unterscheidet sich von anderen respiratorischen Erkrankungen, die oft auch als Grippe bezeichnet werden. Solche "grippeähnlichen Erkrankungen" beginnen sanft, etwa mit Schnupfen, gefolgt von einer sogenannten Nebenhöhlensymptomatik, danach kommen in manchen Fällen Ohrschmerzen hinzu und später Husten. Die "echte" Influenza ist aufgrund einer breiten Symptomatik schwer zu diagnostizieren und bedarf einer virologischen Abklärung. So kommt es fast jedes Jahr, vermehrt zwischen Dezember und März, zu einer Influenza-Epidemie. Fünf bis 15 Prozent der Bevölkerung infizieren sich, viele davon erkranken.

Zum Verlauf: Infektionen mit dem Influenzavirus (A und B) können nach einer Inkubationszeit von wenigen Stunden bis einigen Tagen zu schweren Erkrankungen führen. Der für die Virusgrippe typische Verlauf ist ein starkes Krankheitsgefühl mit Muskelschmerzen, hohem Fieber, bohrenden Kopfschmerzen, starken Halsschmerzen und oft schmerzhaftem Husten. Es gibt aber auch andere Verläufe, die mit starkem Schnupfen oder mit Durchfall, Übelkeit und Erbrechen einhergehen.

Wer sich impfen lassen sollte:

Jedem Menschen, der sich schützen lassen will, wird eine Impfung gegen Influenzaviren empfohlen. Jährlich betreffen mehr als 60 Prozent der mit Influenza in Verbindung gebrachten Hospitalisierungen und rund 90 Prozent der Todesfälle ältere Menschen ab 60 Jahren, Kleinkinder und Säuglinge. Eine Influenzainfektion, etwa ein Fieberkrampf, der Verdacht auf eine schwere Infektion, Atemnot, Austrocknung oder Durchfall und Erbrechen, ist bei Kindern in den ersten sechs Lebensjahren ein häufiger Grund für die stationäre Aufnahme im Krankenhaus.

Während einer saisonalen Grippe können schwere Verläufe in allen Altersgruppen auftreten. Mit starken jährlichen Schwankungen beträgt die mit Influenza verbundene Sterberate in Österreich im Durchschnitt über 15 Fälle pro 100.000, das sind insgesamt über 1.000 Todesfälle pro Jahr.
Neben Personen mit Grunderkrankungen besteht auch bei Schwangeren ein hohes Komplikations- und Hospitalisierungsrisiko.

Wann ist der beste Impfzeitpunkt?

Der optimale Zeitpunkt für einen Impftermin ist Ende Oktober bzw. Mitte November. Geimpft werden kann aber auch zu jedem früheren sowie späteren Zeitpunkt. Auch während bereits Influenza-Fälle auftreten, kann man sich impfen lassen.

Eine Vorhersage der Schutzwirkung der Impfung vor der Saison ist nicht möglich. Die zirkulierenden Influenzaviren verändern sich sehr häufig. Welche Virustypen in Österreich in der jeweiligen Influenza-Saison dominieren werden und wie gut sie durch den Impfstoff abgedeckt sein werden, ist nicht vorhersehbar. Geimpfte sind gegenüber Nicht-Geimpften dennoch im Vorteil.

Wie können Impfstoffe konkret schützen?

Lässt man sich impfen, so kommt der Organismus mittels Impfstoffes entweder in Kontakt mit einem

  • Totimpfstoff, also abgetöteten Krankheitserregern
  • Lebendimpfstoff, das sind abgeschwächte Krankheitserreger oder
  • mit Bestandteilen von Krankheitserregern

Der Körper bekommt somit den Auftrag, Antikörper, also Abwehrstoffe gegen diese Krankheitserreger zu bilden. Diese Antikörper bewirken bei einer nachfolgenden Infektion, dass die Krankheit nicht oder nur in abgeschwächter Form ausbricht. Erkrankt man also trotz Impfung an Influenza, so verläuft die Erkrankung oft milder und kürzer, es kommt zu deutlich weniger Komplikationen, seltener ist auch ein Krankenhausaufenthalt.

Welcher Influenza-Impfstoff wirkt am besten?

Alle in Österreich zugelassenen Influenza-Impfstoffe enthalten von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und European Medicines Agency (EMA) für die jeweilige Saison empfohlene Influenzavirus-Impfstämme. In der Saison 2020/2021 sind in allen Influenza-Impfstoffen zwei Influenza Stämme enthalten: A(H1N1)pdm09 und A(H3N2) und ein Vertreter der B/Victoria Linie. In sogenannten tetravalenten, also vierwertigen Impfstoffen, zusätzlich ein Influenza-B-Stamm der Yamagata Linie. Tetravalente Influenza-Impfstoffe (zwei A- und zwei B- Influenzastämme) haben den Vorteil einer breiteren Abdeckung im Vergleich zu den sogenannten trivalenten Impfstoffen.

In der aktuellen Impfsaison wird es zusätzlich auch wieder einen trivalenten, adjuvantierten Impfstoff geben. Dieser ist für die Impfung von Personen ab 65 Jahren zugelassen. Das Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz hat für diese Altersgruppe auch noch einen tetravalenten Hochdosis-Impfstoff angekauft, der im Vergleich mit herkömmlichen Impfstoffen die vierfache Menge an Antigen enthält und die Wirksamkeit in dieser Altersgruppe erhöht. Dieser wird vor allem in Alten- und Pflegeheimen und bei einzelnen Impfaktionen zum Einsatz kommen und ist nicht in den Apotheken erhältlich.

Kostenfreies Kinderimpfprogramm

Vom vollendeten 24. Lebensmonat bis zum vollendeten 18. Lebensjahr steht als Impfstoff ein Nasenspray zur Verfügung. Dieser nasale Lebendimpfstoff ist heuer bis zum vollendeten 15. Lebensjahr im kostenfreien Kinderimpfprogramm enthalten. Der Vorteil dabei: Bei der Erstimpfung erfolgt durch den nasalen Lebendimpfstoff eine bessere Immunantwort als durch den inaktivierten, also Totimpfstoff. Durch das kostenfreie Kinderimpfprogramm erhofft man sich hohe Durchimpfungsraten. So wird die Zirkulation von Influenzaviren reduziert, Erkrankungen werden vermieden bzw. deren Verlauf milder. Dies trägt dazu bei, Krankenhausressourcen zu schonen.

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