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Rechte bei Verspätung/Streichung einer Busreise

Informationen

Bei einer Verspätung oder einer Streichung eines Linienbusses muss der Beförderer so rasch wie möglich, spätestens 30 Minuten nach der geplanten Abfahrtszeit über die Situation und die voraussichtliche Abfahrtszeit informieren. Auch Informationen über alternative Anschlüsse im Falle einer Verspätung müssen erteilt werden.

Verspätung/Streichung einer Busreise

Hilfeleistungen

Kommt es bei einer Busreise

  • zu einer Verspätung von mehr als 90 Minuten (und wenn die Fahrt planmäßig über drei Stunden dauern soll) oder
  • zu einer Streichung

so muss der Beförderer den Fahrgästen in einem angemessenen Verhältnis zur Wartezeit und – soweit es möglich  ist – Mahlzeiten und Erfrischungen anbieten. Wenn es notwendig ist, muss das Busunternehmen eine Übernachtung in einem Hotel oder in einer vergleichbaren Unterkunft organisieren und dafür aufkommen. Es darf jedoch Hotelübernachtungen auf einen Höchstbetrag von 80 Euro pro Person und die Höchstdauer von zwei Nächten begrenzen.

Fortsetzung der Fahrt, Weiterreise und Fahrpreiserstattung

Kommt es bei einer Busreise

  • zu einer Verspätung von mehr als zwei Stunden oder
  • zu einer Streichung,

so muss der Beförderer den Fahrgästen folgendes zur Auswahl anbieten:

  • Fortsetzung der Fahrt zum frühestmöglichen Zeitpunkt oder Weiterreise mit geänderter Strecke zum gleichen Zielort ohne zusätzliche Kosten und unter vergleichbaren Bedingungen,
  • Erstattung des Fahrpreises und zusätzlich gegebenenfalls frühestmögliche kostenlose Rückfahrt zum Abfahrtsort.

Bietet der Beförderer nur die Erstattung des Fahrpreises und gegebenenfalls die kostenlose Rückfahrt zum Abfahrtsort an, so steht dem Fahrgast zusätzlich eine Entschädigung in Höhe von 50 Prozent des Fahrkartenpreises zu.

Kommt es während der Busfahrt zu einem Problem am Bus, so dass dieser nicht mehr weiterfahren kann, muss der Beförderer entweder

  • die Fortsetzung der Reise mit einem anderen Fahrzeug von dem Ort, an dem sich der betriebsunfähige Bus befindet, oder
  • die Beförderung von dem Ort, an dem sich der betriebsunfähige Bus befindet, zu einem geeigneten Wartepunkt oder Busbahnhof, von dem aus die Weiterreise möglich ist,

anbieten.

Bei der Streichung oder einer Verspätung der Abfahrt eines Linienbusses um mehr als 120 Minuten haben die Fahrgäste Anspruch auf Fortsetzung der Fahrt oder Weiterreise mit geänderter Strecke oder Erstattung des Fahrkartenpreises.

Der Fahrpreis muss innerhalb von 14 Tagen erstattet werden, nachdem das Angebot zur Erstattung gemacht worden ist oder der Erstattungspreis eingegangen ist. Die Erstattung erfolgt in Geld, außer der Fahrgast erklärt sich mit einer anderen Form einverstanden (z.B. Gutscheine).

Die Erstattung erfolgt nicht nur für die Teile der Fahrt, die nicht durchgeführt wurden, sondern auch für jene Teile, die durch den Ausfall zwecklos geworden sind.

Beschwerden/Durchsetzung von Ansprüchen

Grundsätzlich sind Beschwerden und Forderungen immer zuerst an das betroffene Unternehmen zu richten. Kann ein Beschwerdefall jedoch nicht mit dem Unternehmen selbst geregelt werden, besteht die Möglichkeit, sich an die Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte zu wenden. Diese kann helfen, die Streitigkeit ohne Einschaltung eines Gerichts zu lösen. Kann ein Beschwerdefall nicht außergerichtlich geregelt werden, können Ansprüche auch vor Gericht eingeklagt werden.

Weiterführende Links

Inhaltlicher Stand: 12.07.2019
Abgenommen durch: oesterreich.gv.at-Redaktion