Corona-Krisenbewältigungsfonds für Unternehmen und Arbeitsplätze inkl. Kurzarbeit

Paket für rasche und unbürokratische finanzielle Direkt-Soforthilfe

Neben dem Schutz für die Gesundheit in Österreich braucht es nun auch den Schutz für die Wirtschaft. Aus diesem Grund hat die Regierung rasch und unbürokratisch ein Paket für die Wirtschaft geschnürt. Ein mit 4 Milliarden Euro dotierter Corona-Krisenbewältigungs-Fonds wurde eingerichtet. Dabei verfolgen wir drei Ziele: Die Liquidität soll gewährleistet werden, die Arbeitsplätze sollen gesichert werden und in Härtefällen soll geholfen werden.

Es ist wichtig, dass die Mittel schnell und unbürokratisch zur Verfügung stehen – eine Unterstützung, die innerhalb von wenigen Tagen bereitstehen wird. In den 4 Milliarden Euro enthalten ist ein Topf mit 400 Millionen Euro für spezielle Kurzarbeit. Wir werden allen – Leitbetrieben, kleinen und mittelständigen Unternehmen, den vielen Familienbetrieben und EPUs in unserem Land - bei der Krisenbewältigung helfen. Für Familienbetriebe und EPU wird es einen eigenen neuen Härtefonds geben.

Die Detailinformationen zu all unseren Maßnahmen sind:

Für das spezielle Modell "Corona-Kurzarbeit" wird der heimischen Wirtschaft ein Topf von 400 Mio. Euro zugesichert.

Die spezielle und neue Form der Kurzarbeit wird für Unternehmen schneller und leistbarer werden. Außerdem wird sie für alle Unternehmensgrößen und alle Branchen nutzbar werden. Kurzarbeit ist ein erprobtes und flexibles Mittel, das sich bereits in Zeiten der Finanzkrise 2008/2009 bewährt hat.

Neu am Modell ist, dass die Corona-Kurzarbeit innerhalb von 48 Stunden abrufbar sein wird – bisher waren dafür mehr als sechs Wochen notwendig. Zum ersten Mal wird es möglich sein, dass Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter zur Gänze, also zu 100 Prozent zu Hause sind und gleichzeitig im Unternehmen beschäftigt bleiben. Bisher blieb dafür als einzige Konsequenz die Arbeitslosigkeit.

Die neue Corona-Kurzarbeit ist somit eine erleichterte, besonders attraktive Form der Kurzarbeit. Sie sichert Unternehmen Fachkräfte und Liquidität – unabhängig von Branche und Unternehmensgröße. Österreichische Arbeitsplätze werden auch in fordernden Zeiten erhalten. Die neue Kurzarbeit gilt vorläufig für die nächsten sechs Monate. Auch Lehrlinge profitieren von der Corona-Kurzarbeit.

  • Höhe der Kurzarbeitsbeihilfe

Die Kurzarbeitsbeihilfe des AMS orientiert sich am bisherigen Nettoentgelt der Arbeitnehmerin/des Arbeitnehmers:

  • Bis zu Euro 1.700 Bruttoentgelt beträgt das Entgelt 90 Prozent des bisherigen Nettoentgelts.
  • Bis zu Euro 2.685 Bruttoentgelt beträgt das Entgelt 85 Prozent des bisherigen Nettoentgelts.
  • Ab Euro 2.686 Bruttoentgelt beträgt das Entgelt 80 Prozent des bisherigen Nettoentgelts.
  • Für Einkommen bis zur Höchstbeitragsgrundlage ersetzt das AMS der Arbeitgeber/dem Arbeitgeber die Mehrkosten, die sich im Vergleich zur tatsächlichen Arbeitszeit ergeben.
     
  • Sozialversicherungsbeiträge

Die Sozialversicherungsbeiträge des Dienstgebers bemessen sich am Entgelt vor Kurzarbeit. Im neuen Kurzarbeitsmodell werden auch diese erhöhten Beiträge ab dem ersten Monat vom AMS übernommen.

  • Arbeitszeitreduktion

Im gesamten Durchrechnungszeitraum kann die Arbeitszeit - und somit das Entgelt - um maximal 90 Prozent reduziert werden. Dabei können auch längere Zeiträume mit einer Wochenarbeitszeit von 0 Stunden vereinbart werden (Beispiel: Kurzarbeitsdauer 6 Wochen; 5 Wochen 0 Prozent Arbeitszeit, 1 Woche 60 Prozent). Bei der Corona-Kurzarbeit müssen Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer in Abstimmung mit der Arbeitgeber/dem
Arbeitgeber ihren gesamten Urlaubsanspruch vergangener Urlaubsjahre und ihr gesamtes Zeitguthaben verbrauchen.

  • Umsetzung

Die neue Corona-Kurzarbeit erfordert nur vier Umsetzungsschritte:

  • Verständigung des AMS über bestehende Beschäftigungsschwierigkeiten (telefonisch oder per E-Mail),
  • Gespräche mit Betriebsrat (wenn vorhanden),
  • Sozialpartnervereinbarung (Wirtschaftskammer und Gewerkschaft),
  • Einbringung des Antrages beim zuständigen AMS.

Ab Abschluss der Gespräche auf betrieblicher Ebene ermöglichen die Sozialpartner eine Sozialpartnervereinbarung innerhalb von 48 Stunden.

  • Lehrlinge

Die neue Corona-Kurzarbeit gilt auch für Lehrlinge. Die wichtigsten Vorteile:

  • Lehrlinge in Kurzarbeit erhalten 100 Prozent des bisherigen Nettolehrlingseinkommens.
  • Die Lehrzeit wird nicht nach hinten verschoben.
  • Unternehmen können weiter Lehrlinge ausbilden und sichern sich für die Zukunft wichtige Fachkräfte.
  • Die Qualität des österreichischen Ausbildungswesens bleibt für den ganzen Standort gesichert.

Garantien für die Klein- und Mittelbetriebe werden aufgestockt und stehen jetzt auch größeren Unternehmen zur Verfügung.

Den Unternehmen soll ermöglicht werden, weiterhin ihre Rechnungen zu bezahlen und liquide zu sein. Dies soll durch vermehrte Garantien gesichert werden. Bisher standen diese Mittel für Klein- und Mittelbetriebe zur Verfügung – sie werden nun auch auf größere Unternehmen (auch Leitbetriebe) ausgedehnt. Die Töpfe für die Klein- und Mittelbetriebe, die Garantien für ihre Hausbank brauchen, werden zusätzlich aufgestockt. Jedes Unternehmen, das eine Garantie benötigt, soll eine erhalten. Auch dem Tourismus wird in Form von weiteren Garantien Schutz geboten.

Härtefonds für KMU und EPU Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen.

Die KMU, und damit viele österreichische Familienbetriebe, bekommen einen mit 50 Millionen Euro dotierten Härtefonds zur Verfügung gestellt. EPU können ab sofort die Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen nutzen. Es wird außerdem eine Herabsetzung der vorläufigen Beitragsgrundlage und ein gänzlicher Entfall der Verzugszinsen möglich sein.

Härtefonds für Familienbetriebe

Alle jene, die von den Unterstützungsleistungen des Staats nicht profitieren, haben die Möglichkeit, Mittel aus dem Härtefonds zu beziehen.

Lieferketten sollen gestärkt werden

Zerbrechliche Lieferketten werden gestärkt und sorgen dafür, dass Lebensmittel und Medikamente in Österreich und Europa nicht ausgehen. Ebenso müssen Produktionsketten für Handschuhen, Desinfektionsmittel und Mundschutz geschlossen werden, um Österreich unabhängiger zu machen. Für die Zukunft wird an einem Topf gearbeitet, um die Produktion von wesentlichen Medikamenten wie Antibiotika und Penizillin in Europa sicher zu stellen. Dies wird Teil der EU-Industriestrategie werden.

Letzte Aktualisierung: 24. März 2020

Für den Inhalt verantwortlich: Bundeskanzleramt