Neue Oberstufe (NOST)

Allgemeines

Die neue Oberstufe (NOST) stellt ein modernes pädagogisches Gesamtkonzept mit dem Ziel verstärkter Individualisierung und Kompetenzorientierung dar. Dazu forciert die Verankerung bedarfsgerechter Fördermaßnahmen für Schülerinnen/Schüler sowie die Lehrstoffverteilung auf zwei Semester pro Schuljahr eine schrittweise und kontinuierliche Leistungserbringung aller Schüler/innen – von begabten Schülerinnen/Schülern bis hin zu den lernschwächeren Schülerinnen/Schülern – und stellt eine nachhaltige Verfügbarkeit von Kompetenzen sicher. Die NOST hat darüber hinaus den Anspruch, die Lernmotivation der Schülerinnen/Schüler zu heben, indem positive Leistungen anerkannt werden und auch bei Wiederholungen erhalten bleiben. Die Zahl der Schülerinnen/Schüler die einen Klasse wiederholen sowie die Anzahl der Schulabbrecherrinnen/Schulabbrecher sollen mit dem neuen System der Oberstufe gesenkt bzw. reduziert werden, ohne das Anforderungsniveau der Ausbildung in der Oberstufe (Sekundarstufe II) zu minimieren.

Zeitplan neue Oberstufe

Die Neuorganisation der Oberstufe betrifft mindestens 3-jährige mittlere und höhere Schulen im allgemeinbildenden und berufsbildenden Bereich ab der 10. Schulstufe (ausgenommen sind die land- und forstwirtschaftlichen Fachschulen) – das sind rund 710 Standorte. Derzeit wird die NOST an rund 230 Schulen umgesetzt. 

Die flächendeckende Umsetzung war ursprünglich mit dem Schuljahr 2017/18 geplant. Aufgrund von Rückmeldungen aus der Praxis wurde den Schulleitungen allerdings die Möglichkeit eröffnet, den Start der NOST zu verschieben. Dies sollte einerseits Lehrpersonen und Schulleiterinnen/Schulleiter mehr Zeit geben, um geplante Reformmaßnahmen an ihrer Schule im Schulalltag zu verankern. Andererseits wird dadurch die Möglichkeit eröffnet, die NOST bis Ende 2019 unter Einbindung aller von der NOST betroffenen Zielgruppen breit zu evaluieren, um nach sorgfältiger Prüfung gegebenenfalls Verbesserungen der Rechtslage vornehmen zu können. Die Ergebnisse der Evaluation werden spätestens mit Ende des Jahres 2019 vorliegen und als Grundlage zur Weiterentwicklung der NOST dienen. Eine fundierte Entscheidung über die weitere Vorgehensweise kann somit erst nach Vorliegen dieser Ergebnisse getroffen werden.

Kernpunkte des neuen Modells

  • Neuausrichtung des Unterrichts
    • Lehrpläne: Semesterweise Lehrstoffverteilung in Kompetenzmodulen – Semestergliederung der Bildungs- und Lehraufgaben sowie des Lehrstoffes
    • Verdichtung der Lernaktivität, da sowohl im Winter- als auch im Sommersemester in allen Gegenständen positive Leistungen erbracht werden müssen
  • Leistungsdokumentation
    • Semesterweise Beurteilung: Semesterzeugnis nach jedem Winter- und Sommersemester
    • Semesterprüfung zum Ablegen kleinerer Lehrstoffpakete (bei negativ beurteilten oder nicht beurteilten Unterrichtsgegenständen)
    • Anerkennung von Teilleistungen in einem Gegenstand, wenn dieser im betreffenden Semester in Summe negativ beurteilt wurde
  • Förderung
    • Das System der Frühwarnung während des Semesters wird für alle Schulformen optimiert.
    • Schülerinnen/Schüler mit Unterstützungsbedarf erhalten eine individuelle Lernbegleitung (ILB). Fachunterricht, Förderunterricht und individuelle Lernbegleitung unterstützen auf diese Weise die Schülerinnen/Schüler in einem neuen Gesamtkonzept.
    • Einzelne Unterrichtsgegenstände können durch Ablegung von Semesterprüfungen vorgezogen bzw. sodann übersprungen werden. Damit wird auch ein früherer Antritt zur Reife- bzw. Reife- und Diplomprüfung im jeweiligen Pflichtgegenstand ermöglicht.   
  • Aufsteigen
    • Positiver Abschluss jedes Pflichtgegenstandes in jedem Semester; über nicht positiv bzw. nicht beurteilten Lehrstoff muss eine Semesterprüfung abgelegt werden, die grundsätzlich zweimal wiederholt werden darf.
    • Aufstiegsberechtigung in die nächste Schulstufe: Entscheidung erfolgt am Ende des Unterrichtsjahres bzw. nach Ablegung von Semesterprüfungen, an den Wiederholungsprüfungstagen auch nach diesen.
    • Schulstufenwiederholungen und der damit verbundene Verlust an Lern- und Lebenszeit werden in der neuen Oberstufe reduziert. Eine Schulstufe wiederholen müssen nur Schülerinnen/Schüler, die mehr als zwei "Nicht genügend" bzw. Nichtbeurteilungen in den Semesterzeugnissen des Schuljahres aufweisen. Einmal im Verlauf der Oberstufe ist ein Aufsteigen mit drei "Nicht genügend" bzw. Nichtbeurteilungen in die nächste Schulstufe möglich, sofern die Klassenkonferenz dies beschließt.

Weiterführende Links

Letzte Aktualisierung: 13. Januar 2020

Für den Inhalt verantwortlich: Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung