Europäischer Datenschutztag: Aktionstag mit Geschichte Privatsphäre und Schutz personenbezogener Daten werden mit der rasanten Entwicklung von Technologie immer bedeutender. Der Europäische Datenschutztag hat zum Ziel, mehr Bewusstsein dafür zu schaffen. Seine Wurzeln gehen weiter zurück als man glauben würde.

Persönliche Daten sind eine sensible Angelegenheit, das dürfte den meisten Menschen grundsätzlich bewusst sein. Doch was genau die Risiken, Rechte und Pflichten im Umgang mit diesen Informationen sind, ist oft weniger eindeutig. Um die Aufmerksamkeit von Nutzerinnen und Nutzern auf wichtige Aspekte des Datenschutzes zu lenken, hat der Europarat den Europäischen Datenschutztag ins Leben gerufen. Er dient Regierungen, Parlamenten sowie nationalen und europäischen Organisationen als Anlass, Veranstaltungen und Kampagnen durchzuführen, die Bürgerinnen und Bürger für Datenschutz sensibilisieren und informieren sollen.

Noch vor dem World Wide Web

Der Datenschutztag findet dieses Jahr bereits zum 15. Mal statt. Der Grund, warum jährlich ausgerechnet am 28. Jänner Datensicherheit und Rechte in diesem Zusammenhang im Mittelpunkt stehen, liegt jedoch noch viel weiter zurück: Am 28. Jänner 1981 wurde die Europäische Datenschutzkonvention unterzeichnet. Sie ist die erste rechtsverbindliche internationale Vereinbarung zum Thema Datenschutz. Parallel zum europäischen Aktionstag wurde später in anderen Teilen der Welt der Data Privacy Day eingeführt, der ebenfalls auf den 28. Jänner festgelegt wurde.

Institutionen für einen besseren Datenschutz

Wie die Datenschutzkonvention zeigt, ist die Bedeutung von Privatsphäre und dem sicheren Umgang mit personenbezogenen Informationen nicht erst mit dem Internet relevant geworden. Sehr wohl aber ist die Relevanz von Datenschutz durch den rasanten Fortschritt der Technik und des World Wide Web enorm gestiegen. Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, sind neben vertrauenswürdiger Information und einer gesellschaftlichen Debatte moderne Institutionen nötig.

In der EU wurde der Europäische Datenschutzbeauftrage (EDSB) als unabhängige Behörde eingerichtet. Sie überwacht den Schutz der Privatsphäre und von personenbezogenen Daten im Kontakt mit Organen und Einrichtungen der EU. Die EDSB unterstützt und vertritt etwa in einschlägigen Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof die Interessen eines wirksamen Datenschutzes. In den Mitgliedsstaaten gibt es darüber hinaus nationale Datenschutzbehörden. In Österreich wird diese mit dsb abgekürzt. Sie informiert neben anderen Aufgaben vor allem über unterschiedliche Aspekte und Fragen des Datenschutzes.

So kann man sich schützen

Besonders im Internet setzt man sich und seine Daten einem gewissen Risiko aus. Dabei gibt es einfach umzusetzende Maßnahmen und Verhaltensregeln, die die Gefahr für Privatsphäre und Daten deutlich reduzieren können. Zunächst sollte man grundsätzlich achtsam sein, welche Links und Anhänge man öffnet, die einem beispielsweise per E-Mail zugesandt werden. Eine genaue Prüfung, von wen man eine Nachricht erhalten hat, ob ihr Inhalt plausibel ist kann bereits den Unterschied machen. Nicht korrekte Schreibweisen bei Links und ungewöhnliche Endungen in Dateinamen sind Warnhinweise, die nicht ignorierten werden sollten. Grundsätzlich sollten keine Dateien geöffnet werden, die auf ".exe" enden, will man nicht explizit ein Programm installieren.

Auch sichere Passwörter, also keine auf die man aus anderen Informationen wie Geburtsdaten oder Namen schließen kann, tragen zur Risikominimierung bei. Hier empfiehl sich die Einrichtung eines Passwortmanagers. Er generiert nicht nur sichere Kennwörter, sondern verwahrt sie auch, sodass selbst komplexere Logindaten nicht verloren gehen. Zur Datensicherheit zählen außerdem geeignete Speicherorte, Sicherungskopien und das ordnungsgemäße Löschen nicht mehr benötigter Daten.

Infos zu Datenschutz und Cybersecurity

Das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort bietet in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern ein umfangreiches Informationsangebot zu den Themen Datenschutz, Datensicherheit und Cybersecurity. Die Website onlinesicherheit.at widmet sich beispielsweise wichtigen Fragen eines sicheren Umgangs mit Daten im Internet. Dort gibt es unter anderem Tipps für mehr Privatsphäre beim Surfen im Web, zum Umgang mit besonders sensiblen Daten etwa beim Online-Banking oder Shopping sowie dem richtigen Umgang auf Social Media.

Infos für Unternehmen

Für Unternehmen: Da Privatpersonen besondere Schutzrechte im Umgang mit ihren Daten zustehen, ist der korrekte Datenschutz für Unternehmen aus einer zusätzlichen Perspektive wichtig. Nicht erst seit der Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung, die auf europäischer Ebene strengere Regeln in dem Bereich festlegte, ist der korrekte Umgang mit personenbezogenen Daten im Kundenkontakt ein zentrales Thema. Ein auf die Bedürfnisse von Firmen und Selbstständigen abgestimmtes Informationsangebot findet sich auch in diesem Zusammenhang auf dem Unternehmensservice Portal des BMDW.

Letzte Aktualisierung: 28. Januar 2021