"raus aus Öl" und Sanierungsscheck für Private 2020 (mehrgeschoßiger Wohnbau)

Allgemeine Informationen

Mit der Förderungsaktion "raus aus Öl" wird der Ersatz eines fossilen Heizungssystems durch eine klimafreundliche Technologie im privaten Wohnbau gefördert. Mit dem Sanierungsscheck werden weiters auch thermische Sanierungen unterstützt, sofern das privat genutzte Wohngebäude älter als 20 Jahre ist. Förderungsfähig sind umfassende Sanierungen nach klimaaktiv-Standard, bei denen Außenwände und/oder Geschoßdecken gedämmt bzw. Fenster und Außentüren erneuert werden.

Einreichen können natürliche Personen. Gefördert werden Leistungen, die ab 1. Jänner 2020 erbracht wurden.

Zielgruppen

Der Sanierungsscheck für den mehrgeschoßigen Wohnbau (MGW) richtet sich an Wohnungseigentümerinnen/Wohnungseigentümer und Mieterinnen/Mieter von Wohnungen bei Sanierung des gesamten mehrgeschoßigen Wohnbaus. Für Ein-/Zweifamilienhäuser und Reihenhäuser gelten besondere Förderungskriterien.

Förderungsfähige Maßnahmen

Folgende Maßnahmen sind förderungsfähig:

  • Umstellung eines fossilen Heizungssystems (Öl, Gas, Kohle/Koks-Allesbrenner und strombetriebene Nacht- oder Direktspeicheröfen) auf eine hocheffiziente Nah-/Fernwärme. Ist diese Anschlussmöglichkeit nicht gegeben, wird der Umstieg auf eine Holzzentralheizung oder eine Wärmepumpe gefördert. Die Demontage- und Entsorgungskosten für außer Betrieb genommene Kessel und Tankanlagen sind ebenso förderungsfähig.
  • Dämmung der Außenwände
  • Dämmung der obersten Geschoßdecke bzw. des Daches
  • Dämmung der untersten Geschoßdecke bzw. des Kellerbodens
  • Sanierung bzw. Austausch der Fenster und Außentüren

Förderungsfähige Kosten

Die förderungsfähigen Kosten setzen sich aus den Kosten für das Material sowie für Planung (z.B. Energieausweis) und Montage zusammen. Maßnahmen, für die keine Montagerechnung von einer Professionistin/einem Professionisten vorgelegt wird, können nicht gefördert werden.

Höhe der Förderung

Die Förderung wird in Form eines einmaligen, nicht rückzahlbaren Investitionskostenzuschusses vergeben. Planungskosten werden mit maximal zehn Prozent aller förderungsfähigen Kosten bei der Berechnung der Förderung berücksichtigt. Pro Wohneinheit wird der aliquote Anteil der förderungsfähigen Investitionskosten (Nettokosten plus zehn Prozent Umsatzsteuer) zur Berechnung der Förderung herangezogen.

Höhe der Förderung
Förderungsfähige Maßnahme Förderung

Tausch des fossilen Heizungssystems – "raus aus Öl"
(Öl, Gas, Kohle/Koks-Allesbrenner und strombetriebene Nacht-oder Direktspeicheröfen)

1.000 Euro*
Umfassende Sanierung klimaaktiv-Standard 3.000 Euro
1.000 Euro Zuschlag bei der Verwendung von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen (mindestens 25 Prozent aller gedämmten Flächen)
* Für Wärmepumpen mit einem Kältemittel mit einem GWP zwischen 1.500 und 2.000 wird die ermittelte Förderung um 20 Prozent reduziert.

Hinweis

Die Förderung ist mit maximal 30 Prozent der förderungsfähigen Investitionskosten begrenzt. Die endgültige Förderungssumme wird nach Umsetzung der Maßnahmen und Vorlage der Endabrechnungsunterlagen ermittelt und ausbezahlt.

Für die Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden ist der Heizwärmebedarf (spezifischer Heizwärmebedarf Referenzklima – spez. HWBRK) um mindestens 20 Prozent zu reduzieren. Die maximale Förderung beträgt in diesem Fall 3.000 Euro bzw. maximal bis zu 30 Prozent der förderungsfähigen Investitionskosten. Die durchgeführten Maßnahmen müssen aus denkmalpflegerischer Sicht für das Bauwerk "vertretbar" sein. Um dies nachzuweisen, ist gemeinsam mit dem Förderungsantrag die Bestätigung des Bundesdenkmalamts (Formblatt "Denkmalschutz Sanierungsscheck 2020") über die geplanten Maßnahmen zu übermitteln.

Voraussetzungen

Im Rahmen von "raus aus Öl" wird die Umstellung eines fossilen auf ein klimafreundliches Heizungssystem gefördert. Die Altanlage ist außer Betrieb zu nehmen und ist inklusive eventuell vorhandener Brennstofftanks ordnungsgemäß zu entsorgen. Die fachgerechte Entsorgung ist der zuständigen Stelle auf Nachfrage nachzuweisen. Wird nur die fossile Heizung ohne gleichzeitige thermische Sanierung getauscht, ist die Vorlage eines gültigen Energieausweises (maximal zehn Jahre alt) vom Wohngebäude oder eines Energieberatungsprotokolls des jeweiligen Bundeslandes ausreichend.

Gefördert werden thermische Sanierungen von Gebäuden, die zum Zeitpunkt der Antragstellung älter als 20 Jahre sind (Datum der Baubewilligung). Eine Förderung ist nur für Gebäude im Inland möglich. Im Rahmen der Förderungsaktion werden Maßnahmen gefördert, die den Heizwärmebedarf (HWB) von privatem Wohnraum reduzieren. Bei einer umfassenden thermischen Sanierung (klimaaktiv-Standard) darf ein bestimmter Heizwärmebedarf nicht überschritten werden.

Fristen

Eine Antragstellung ist ab 11. Mai 2020 möglich. Anträge können so lange gestellt werden, wie Budgetmittel vorhanden sind, längstens jedoch bis 31. Dezember 2020. Sollten die zur Verfügung stehenden Förderungsmittel vor Ende der Einreichfrist ausgeschöpft sein, kann vom Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie eine vorzeitige Beendigung der Förderungsaktion und damit der Einreichmöglichkeit festgelegt werden.

Die Lieferung von Materialien und die Umsetzung der geförderten Maßnahmen müssen zwischen 1. Jänner 2020 und 30. Juni 2022 erfolgen.

Bis spätestens 30. September 2022 muss die Endabrechnung inklusive aller geforderten Unterlagen bei der zuständigen Stelle einlangen.

Zuständige Stelle

Kommunalkredit Public Consulting GmbH (→ KPC)

Verfahrensablauf

Die Antragstellung erfolgt ausschließlich online unter www.sanierungsscheck20.at/mgw (→ KPC) und muss für alle betroffenen Wohneinheiten zentral als Sammelantrag gestellt werden. Dies kann durch die Hausverwaltung, die Gebäudeeigentümerin/den Gebäudeeigentümer, die Wohnungseigentümergemeinschaft bzw. deren bevollmächtigte Vertretung erfolgen.

Im Rahmen des Sanierungsscheck 2020 kann pro Antragstellern/Antragsteller nur ein Förderungsantrag gestellt werden. Weiters kann auch pro Wohneinheit nur ein Förderungsantrag eingereicht werden.

Im Rahmen der Antragstellung sind Angaben zu den geplanten Maßnahmen und den dafür veranschlagten Kosten zu machen. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des Dokuments "Förderungsfähige Kosten" im Online-Antrag einzutragen. Im Online-Antrag sind nur die Nettobeträge der Projektkosten zu erfassen. Die Berechnung der vorläufigen Förderungshöhe erfolgt ausschließlich auf Basis dieser Angaben. Die tatsächliche Förderungsfähigkeit sowie die endgültige Förderungshöhe werden nach Umsetzung der Maßnahmen und Vorlage der Endabrechnungsunterlagen ermittelt.

Bei einer thermischen Gebäudesanierung ist die energetische Ausgangssituation für das Sanierungsobjekt bei Antragstellung und die Erfüllung der Förderungsvoraussetzungen mit Hilfe eines Energieausweises mit der Berechnung des Heizwärmebedarfs des Gebäudes darzustellen. Dies ist im Formular unter "Technische Details Energieausweis" von einer zur Ausstellung von Energieausweisen befugten Person gutachterlich zu bestätigen. Der Energieausweis ist für den zu sanierenden mehrgeschoßigen Wohnbau auszustellen.

Die antragsgemäße Umsetzung des Projektes ist bei der Endabrechnung durch die Wohnungseigentümergemeinschaft, die Gebäudeeigentümerin/den die Gebäudeeigentümer oder die Hausverwaltung zu bestätigen. Wenn die Umsetzung vom Förderungsantrag abweicht, ist dies im Formular "Technische Details Energieausweis" darzustellen sowie die Erfüllung der Förderungsvoraussetzungen von einer zur Ausstellung von Energieausweisen befugten Person gutachterlich zu bestätigen. Bei denkmalgeschützten Gebäuden sind im Bedarfsfall die Abweichungen von den beantragten Maßnahmen vom Bundesdenkmalamt zu bestätigen.

Erforderliche Unterlagen

Dem Online-Antrag sind folgende Unterlagen in elektronischer Form beizufügen:

  • Formular "WohnungseigentümerIn/MieterIn"
    (pro Wohneinheit auszufüllen und von der Wohnungseigentümer/dem Wohnungseigentümer bzw. der Mieterin/dem Mieter zu unterfertigen)
  • Formular "Projektdaten"
    (einmalig pro mehrgeschoßigem Wohnbau auszufüllen und von der Hausverwaltung, der Gebäudeeigentümerin/dem Gebäudeeigentümer, der Wohnungseigentümergemeinschaft bzw. deren bevollmächtigter Vertretung zu unterfertigen)
  • Technische Informationen (einmalig pro mehrgeschoßigem Wohnbau)
    • bei Heizungstausch: gültiger Energieausweis oder Energieberatungsprotokoll des jeweiligen Bundeslandes
      ODER
    • bei thermischer Sanierung (mit/ohne Heizungstausch): Formular "Technische Details Energieausweis"
  • Meldezettel/Melderegisterauszug oder amtlicher Lichtbildausweis, wenn nicht in Österreich gemeldet (Haupt- oder Nebenwohnsitz im zu sanierenden Objekt ist keine Förderungsvoraussetzung)
  • Bei denkmalgeschützten Gebäuden außerdem: Bestätigung des Bundesdenkmalamts – Formblatt "Denkmalschutz Sanierungsscheck 2020"

Kosten

Es fallen keine Gebühren und Abgaben für die Antragstellung an.

Zusätzliche Informationen

Die Kombination der Umweltförderung mit eventuellen Landesförderungen ist möglich. Nähere Informationen bieten die zuständigen Landesförderungsstellen. Die KPC übernimmt im Auftrag einiger Bundesländer die Abwicklung der Landesförderungen. In diesen Fällen überprüft die KPC im Zuge der Antragsstellung, ob das Projekt durch eine zusätzliche Landesförderung unterstützt werden kann.

Weiterführende Links

Rechtsgrundlagen

Zum Formular

Letzte Aktualisierung: 11. Dezember 2020

Für den Inhalt verantwortlich: oesterreich.gv.at-Redaktion