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Dienstreisen

Begriff der Dienstreise

Eine Dienstreise liegt vor, wenn die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer über Auftrag der Arbeitgeberin/des Arbeitgebers den Dienstort (Arbeitsstätte) verlässt, um an anderen Orten die Arbeitsleistung zu erbringen.

Dies gilt allerdings nur, wenn die Reisebewegung per Bahn, Bus, Schiff oder Flugzeug (bzw. als Beifahrerin/Beifahrer im Auto) erfolgt und während der Fahrt nicht gearbeitet wird. Man spricht daher auch von passiver Reisezeit.

Arbeitszeit

Reisezeiten gelten grundsätzlich als Arbeitszeiten. Sie können in die Normalarbeitszeit fallen oder Überstunden sein.

Durch passive Reisezeit darf die Tagesarbeitszeit zwölf Stunden und die Wochenarbeitszeit 60 Stunden überschreiten.

Entgelt

Für passive Reisezeiten kann eine geringere Bezahlung vereinbart werden (z.B. Reisen im Schlafwagen).

Wochenend- und Feiertagsruhe

Eine Reisebewegung am Wochenende oder an Feiertagen ist dann zulässig, wenn dies zur Erreichung des Zieles der Dienstreise notwendig ist oder im Interesse der Arbeitnehmerin/des Arbeitnehmers liegt.

Tägliche Ruhezeit

Nach Ende der Tagesarbeitszeit besteht zudem ein Anspruch auf eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden. Durch passive Reisezeit kann die vorgeschriebene Ruhezeit bei ausreichenden Erholungsmöglichkeiten (z.B.  in einem Schlaf- oder Liegewagen) verkürzt werden. Ist eine solche Erholung nicht möglich, kann der jeweilige Kollektivvertrag eine Verkürzung der Ruhezeit an einzelnen Tagen zulassen. Ergibt sich dennoch ein späterer Arbeitsbeginn am nächsten Arbeitstag, ist die Zeit zwischen dem vorgesehenen Beginn und dem tatsächlichen Beginn in die Arbeitszeit einzurechnen.

Inhaltlicher Stand: 01.01.2019
Abgenommen durch: Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz