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Integrationsbericht 2019: Auf gutem Weg im Integrationsbereich

Integrationsbericht 2019: Auf gutem Weg im Integrationsbereich
Foto: Rawpixel Ltd.

Der unabhängige Expertenrat für Integration hat unter dem Vorsitz von Univ.-Prof. Dr. Katharina Pabel den Integrationsbericht 2019 präsentiert. Österreich ist im Integrationsbereich auf einem guten Weg, es bleibt aber noch viel zu tun.

Zum neunten Mal wurde am 4. September der Integrationsbericht 2019 präsentiert. In der EU zählt Österreich zu den Ländern mit dem höchsten Anteil an Migrantinnen und Migranten. Insgesamt umfasste die Gruppe der Zuwanderinnen und Zuwanderer der ersten und zweiten Generation, 2,02 Millionen Menschen. Die größte Gruppe machen weiterhin Deutsche aus, gefolgt von Serbinnen und Serben, Türkinnen und Türken, Rumäninnen und Rumänen. Danach folgen Menschen aus Bosnien und Herzegowina, Ungarn, Kroatien, Polen, Syrien und Afghanistan. Mehr als sechzig Prozent der im Ausland geborenen Personen leben in Städten. Besonders hoch ist dieser Anteil in der Bundeshauptstadt: Vier von zehn wohnen in Wien.

„Österreich ist im Integrationsbereich auf einem guten Weg – es bleibt aber noch viel zu tun“, resümiert die Vorsitzende des Expertenrates für Integration Univ.-Prof. Dr. Katharina Pabel. Die Schwerpunkte des Integrationsbericht 2019 umfassen Geschlechterrollen, Integration von Jugendlichen, Familiennachzug und Heiratsmigration, Religiöse Vielfalt und Säkularität. Erstmals zieht der Integrationsbericht dabei einen Vergleich zu den Ergebnissen aus dem Vorjahr.

Entwicklung der Asylanträge
Im Jahr 2018 sank die Anzahl der Asylanträge in Österreich um 44% im Vergleich zu 2017 auf insgesamt 13.764.  Darunter waren 11.609 Erstanträge.

Nach dem Höhepunkt 2015/2016 ist die Zahl der Asylanträge in Österreich rückläufig. Die Erfahrungen aus diesen Jahren zeigen jedoch, dass durch krisenhafte Entwicklungen in den Herkunftsländern, Migration ausgelöst werden kann. Dadurch besteht die Möglichkeit, dass die Zahl der Asylwerberinnen und -werber in Europa wieder ansteigt. Der Rückgang der Asylanträge in Österreich bedeutet nicht, so der Expertenrat, dass die Zielgruppe der zu integrierenden Migrantinnen und Migranten kleiner wird – im Gegenteil: Durch verschiedene Faktoren bedingt, werde sie auch in Zukunft anwachsen.

Österreich steht bei positiven Asylentscheidungen proportional zu seiner Bevölkerung EU-weit aktuell an erster Stelle.

Entwicklung am Arbeitsmarkt
Die Arbeitslosenquote von ausländischen Staatsangehörigen ist mit 11,3 % im Vergleich zum Jahr 2017 ebenso rückläufig. 

Wenngleich die Zahl der arbeitslosen Migrantinnen und Migranten gesunken ist, so steigt dennoch ihr Anteil an den Gesamtarbeitslosen. Daraus sei vor allem abzulesen, dass von der guten Konjunkturlage arbeitslose Österreicherinnen und Österreicher stärker profitieren konnten als arbeitslose Drittstaatsangehörige.

Bildung: Essenziell für Integration
Im Schuljahr 2017/18 hatten rund ein Viertel aller Schülerinnen und Schüler österreichweit eine andere Umgangssprache als Deutsch, in Wien waren es mehr als die Hälfte. Das ist im EU- und OECD-Schnitt überproportional hoch. Deshalb müsse in Sprachunterricht investiert werden.

Erste Ergebnisse aus den Deutschförderklassen, wonach 16 Prozent der Schülerinnen und Schüler nach dem ersten Halbjahr den Umstieg in die Regelklasse schaffen, zeigen deutlich, wie groß die Deutschdefizite tatsächlich sind. 
Der Schlüssel für eine gelingende Integration von Migrantinnen und Migranten, so der Expertenrat, sei die Unterstützung von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen in ihren vielfältigen Aufgaben. Sprachfördermaßnahmen, ausreichend qualifiziertes pädagogisches Personal sowie eine angemessene Ausstattung der Gebäude mit Sachmitteln sind die Grundlagen für die bestmögliche Zukunftsgestaltung der Schülerinnen und Schüler.

Fazit zur Studie 
Zuwanderung findet in Österreich, laut Integrationsmonitoring, nach wie vor statt. Die Zahl der Asylanträge ist in Österreich (44 Prozent im Vergleich zu 2017) und in der EU jedoch gesunken. Dieser Rückgang bedeutet aber nicht, dass die zu integrierende Gruppe der Migrantinnen und Migranten kleiner wird. Die sinkenden Asylantragszahlen sprechen also für und nicht gegen eine Intensivierung der Integrationspolitik. Der Fokus verschiebt sich weg von einem unmittelbar einsetzenden Migrationsmanagement hin zu einem längerfristigen integrationspolitischen Ansatz für jene, die mittel- bis langfristig in Österreich bleiben werden.

TippTipp

Der Expertenrat für Integration ist ein im Integrationsgesetz verankertes unabhängiges Beratungsgremium für integrationspolitische Grundsatzfragen. Der Integrationsbericht wird durch das Statistische Jahrbuch „migration & integration“ der Statistik Austria ergänzt.
Den gesamten Integrationsbericht 2019 finden Sie auf der Seite des BMEIA.