Begutachtungsentwurf: Telekommunikationsgesetz u.a.

Europarechtliche Vorgaben sollen in einem neuen Telekommunikationsgesetz umgesetzt werden.

  • Beginn der Begutachtung: 21. Dezember 2020
  • Ende der Begutachtung: 10. Februar 2021
  • Geplantes Inkrafttreten: Voraussichtlich am Tag nach der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt

Ziele

  • Optimierung des Frequenzvergabeverfahrens
  • Schaffung von Anreizen zur Investition in Telekommunikationsinfrastruktur
  • Neuregelung des Universaldienstes
  • Zivilschutz und Notrufe
  • Verbesserung des Konsumentenschutzes im Bereich der Telekommunikation

Inhalt

  • Festlegen einer Mindestvergabedauer
  • Ermöglichen von Kooperationsvereinbarungen und Ko-Investitionen
  • Anpassung der für den Universaldienst geltenden Bestimmungen an die technologische Weiterentwicklung
  • Einrichtung eines öffentlichen Warnsystems
  • Aufwertung der Notrufnummer 112
  • Verbesserte Information von Verbraucherinnen/Verbrauchern
  • Ausweitung der Verpflichtung zur Veröffentlichung von Informationen durch die Betreiber
  • Regelung des Wechsels des Anbieters von Internetzugangsdiensten

Hauptgesichtspunkte des Entwurfs

Die Richtlinien auf denen das Telekommunikationsgesetz 2003 (TKG 2003) aufbaute wurden zum Teil erheblich geändert und in einer Richtlinie zusammengefasst. Die neue Struktur und die Vielzahl der Änderungen wurden daher zum Anlass genommen, dies in einem neuen TKG 2020 umzusetzen. Mit dieser Richtlinie verfolgt der europäische Gesetzgeber das Ziel, ein kohärentes Binnenmarktkonzept für Frequenzpolitik und Frequenzverwaltung sowie geeignete Rahmenbedingungen für einen echten Binnenmarkt und leistungsfähige Netzbetreiber und Dienstanbieter zu schaffen. Ebenso sollen ein wirksamer Verbraucherschutz und möglichst gleiche Ausgangsbedingungen für die Marktteilnehmer garantiert werden. Aufgrund der stetig wachsenden Anforderungen an das Leistungsvermögen elektronischer Kommunikationsnetze ist außerdem die Schaffung von Anreizen für Investitionen in Hochgeschwindigkeitsbreitbandnetze ("Netze mit sehr hoher Kapazität") ein wesentlicher Punkt der Richtlinie. Um auch dem Grundsatz der Technologieneutralität Rechnung zu tragen und mit der technologischen Entwicklung Schritt halten, soll zudem eine Anpassung der Begriffsbestimmungen erfolgen. Der Aufbau des Gesetzes soll im Wesentlichen jenem der Richtlinie folgen, jedoch unter Berücksichtigung der bewährten Struktur österreichischer Gesetze. Mit dem vorliegenden Gesetzesentwurf sollen auch die notwendigen Anpassungen im KommAustria-Gesetz, in der Strafprozeßordnung 1975, im Polizeikooperationsgesetz (PolKG), im Polizeilichen Staatsschutzgesetz (PStSG) und im Sicherheitspolizeigesetz (SPG) vorgenommen werden.

Weiterführende Links

Begutachtungsentwurf (→ Parlamentsdirektion)

Letzte Aktualisierung: 21. Dezember 2020

Für den Inhalt verantwortlich: oesterreich.gv.at-Redaktion