08.11.2010
Werner Faymann: "Sparprogramme dürfen das Wachstum in Europa nicht gefährden"

Teilnehmer aus 44 Ländern aus Ost- und Südosteuropa beim 7.Vienna Economic Forum

"Die Partnerschaft mit Ländern in Ost- und Südosteuropa und das Zusammenwachsen wird für die nächste Generation entscheidend sein", sagte Bundeskanzler Werner Faymann beim 7. Vienna Economic Forum in der Raiffeisenzentralbank. Dieser konsequent geführte Dialog sei wegen der unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Gegebenheiten in dieser Region wichtig, damit extremen Kräften entgegengewirkt und Gewalt im Keim erstickt werden können. "Wer diese Partnerschaften leichtfertig aufgeben will, schadet dem europäischen Friedensprozess."

Auch in der Krise dürften Sparprogramme keine Kürzungen in jenen Bereichen bewirken, die den Aufschwung sichern. Der Lebensstandard sei abzusichern und die soziale Ausgewogenheit zu berücksichtigen. Die Kaufkraft der Bevölkerung und damit das Wirtschaftswachstum dürfen nicht zerstört werden. Deshalb sei in erster Linie bei Doppelgleisigkeiten in der Verwaltung und bei Förderungen anzusetzen. Die Einsparungen machen in Österreich im Jahr 2011 nur 1,7 Prozent aus, auch weil einnahmenseitig der Finanzsektor einen adäquaten Beitrag leistet. "Wir dürfen nicht bei Bildung, Forschung und Entwicklung sparen und damit Kaufkraft und künftiges Wachstum gefährden." Die koordinierten Maßnahmen in Europa haben insgesamt 700 Milliarden Euro zur Stützung des Euro gebracht. Das sei beispielhaft. "Trotzdem fehlt in Europa immer noch eine entsprechende Finanzmarktarchitektur." Es könne nicht sein, dass amerikanische Rating-Agenturen über unsere Bonität urteilen. "Wir brauchen eine starke europäische Rating-Agentur als Kontrollmechanismus", sagte Faymann.

Österreich habe sich schon in den vergangenen Jahren als verlässlicher Partner in Europa bewährt, österreichische Unternehmen hätten mit Ruhe, Anstrengung und harter Arbeit die Krise bewältigt. "Wo immer ich auch hinkomme, wird Österreich als verlässlicher Partner gerühmt. Ich sehe daher eine gute Basis, die Aufgaben, die vor uns liegen zu bewältigen. Mit Verlässlichkeit, sozialer Ausgewogenheit, Sparsamkeit, einer Offensive in Forschung, Bildung und Entwicklung", so Faymann.

Die Verlässlichkeit solle daher auch im Mittelpunkt dieser Veranstaltung stehen, an der 570 Vertreter aus 44 Ländern Ost- und Südosteuropas teilnehmen. "Die hier geschlossenen und intensivierten Kontakte werden auch in Zukunft für verlässliche Partnerschaft und Zusammenarbeit sorgen", sagte Werner Faymann abschließend.

Rückfragehinweis:
Mag. Angelika Feigl
Pressesprecherin des Bundeskanzlers
Tel.: +43 1 531 15-2758
Mobil: +43 664 842 80 80