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"Kopfgeld" für Betriebsrätinnen, 100 Prozent-Boni ohne Leistung und Selbstbedienungsmentalität nicht länger tragbar
Die ÖIAG zahlt an Alleinvorstand Peter Michaelis für die Verwaltung von nur noch drei Beteiligungen - Post, Telekom, OMV - ein Gehalt von 700.000 Euro pro Jahr, 350.000 Euro davon als 100 Prozent-Bonus.
Diese Beteiligungen der ÖIAG haben selbst 12 Vorstände und 39 Aufsichtsräte, die sie kontrollieren und verwalten. Die ÖIAG hat darüber hinaus nochmals 15 eigene Aufsichtsräte.
"Wo ist hier die Leistungsgerechtigkeit? Leistungsgerecht heißt, dass man dafür bezahlt bekommt, was man leistet. Was leistet Michaelis für 700.000 Euro? Das ist sehr viel Geld für einen Posten, zu dem Claus Raidl sagt: Das ist maximal ein Halbtagsjob", so Staatssekretär imBundeskanzleramt Josef Ostermayer.
Wie jetzt bekannt wurde erhält Michaelis als Teil seiner Bonuszahlungen auch ein Kopfgeld von 70.000 Euro für die Entlassung von Betriebsrätinnen, die über 45 Jahre alt sind. Damit werden alle Grundlagen gesunder Sozialpartnerschaft mit Füßen getreten. Angeblich führt er die meisten Gespräche nicht selbst, sondern beauftragt Rechtsvertreter, die dafür zusätzlich entlohnt werden.
Die Gagen der Aufsichtsräte in den Beteiligungen wollte Michaelis zum Teil um mehr als 30 Prozent erhöhen. Sein Aufsichtsrat nickt alle diese Selbstbedienungsmaßnahmen ab, erst bei öffentlichem Druck wurden diese Pläne wieder geändert.
Finanzminister Josef Pröll muss jetzt eine EU-Richtlinie umsetzen, nach der es keine erfolgsunabhängigen Bonuszahlungen mehr geben darf. Zwischen 40 Prozent und 60 Prozent der Boni sollen erst nach drei bis fünf Jahren ausgezahlt werden, die Hälfte soll in Eigenkapital-Anteilen zu leisten sein, alle Details sind in der Bilanz zu veröffentlichen.
All das gilt für Michaelis und die ÖIAG nicht.
Dieser erhält einen 100 Prozent-Bonus, der gleich im Jahr darauf ausbezahlt wird und völlig erfolgsunabhängig ist, da die Kriterien jedes Jahr so angepasst werden, dass die 350.000 Euro auch in jedem Fall fließen.
"Bonuszahlungen für null Leistung im Selbstbedienungsladen ÖIAG müssen aufhören", ist Ostermayer empört.
Das Versenden privater Gegenstände wie Smokings und Jagdferngläser auf Firmenkosten beweisen zusätzlich, dass unter Michaelis eine Selbstbedienungsmentalität in der ÖIAG herrscht, die unerträglich ist.
"Der Staat muss sparen. Die Kosten für diesen Vorstand und zusätzliche Aufsichtsräte sollten wir am besten einsparen, wie schon Claus Raidl und Johannes Ditz festgestellt haben", so Ostermayer.
(Zitate zu Claus Raidl aus Wirtschaftsblatt, 2.6.2010, Johannes Ditz aus SN 14.7.2009)
Rückfragehinweis:Marcin KotlowskiPressesprecher desStaatssekretärs im BundeskanzleramtDr. Josef OstermayerTel.: 01 531 15-2161Mobil: 0664 380 25 66mailto: marcin.kotlowski@bka.gv.at
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