31.12.2009
Gabriele Heinisch-Hosek: „Keine Drohung kann mir den Mund verbieten.“

Frauenministerin im "Österreich"-Interview

Österreich: Frau Ministerin, wie antworten Sie auf die Drohungen radikaler Muslime wegen Ihrer Aussage zum Burka-Verbot?

Gabriele Heinisch-Hosek: Ich stelle fest, dass immer dann, wenn eine Frauenpolitikerin Frauenrechte verteidigt, das in solchen Kreisen hohe Wellen schlägt. Dann kommen die Drohbriefe. Und ich sage auch gleich dazu: Keine Drohung kann mir den Mund verbieten. Ich werde meine Positionen weiter vertreten.

Österreich: Erhalten Sie jetzt Personenschutz, und haben Sie Angst?

Gabriele Heinisch-Hosek: Personenschutz erhalte ich keinen. Ich bin aber sicher nicht mehr so vertrauensselig wie früher. Ich habe Tipps von Sicherheitsexperten erhalten, die jetzt auch umgesetzt werden. Und ich werde wachsamer und achtsamer sein.

Österreich: Wurden Sie Ihrer Meinung nach vor allem deshalb angegriffen, weil Sie eine Frau sind?

Gabriele Heinisch-Hosek: Ich sehe jedenfalls, dass sich da eine Gruppe eine ganz eigene Welt zusammenzimmert. Die Intoleranz dieser Gruppen, die eine antidemokratische Ideologie verbreiten, kann ich als Demokratin einfach nicht verstehen. Ich kann aber versprechen, dass ich als Frauenpolitikerin antworten werde, wenn ich zu frauenpolitischen Fragen gefragt werde. Und ich halte eben nichts von der Burka. Sie ist, wenn Männer Frauen erklären, dass sie sich zu verhüllen haben, die maximale Einschränkung der Frauenrechte.

Österreich: Aber ist nicht der Dialog der Religionen und der Frieden zwischen ihnen auch ein Wert?

Gabriele Heinisch-Hosek: Da geht es nicht um Religion. Im Koran steht keine Zeile von der Burka. Das geben diese radikalen Gruppen selbst zu. Das hat sehr viel mit Macht im Verhältnis zwischen Mann und Frau zu tun. Eine Frau soll, wenn sie das selbst entscheidet, ein Kopftuch tragen dürfen. In dem Moment, wo ihr das ein Mann vorschreibt, werde ich dagegen auftreten.