Die Sektion II Frauenangelegenheiten und Gleichstellung wird infolge der Bundesministeriengesetz-Novelle 2014 mit 1. März 2014 als Sektion IV in das Bundesministerium für Bildung und Frauen (www.bmbf.gv.at) eingegliedert.
Zu den Inhalten aus der Frauensektion im Bundesministerium für Bildung und Frauen.

Dieser Inhalt
in Gebärdensprache

Gewalt gegen Frauen

  1. Frauen haben Recht(e)
  2. Studie "High-Risk Victims"
  3. Weiterführende Informationen

Gewalt gegen Frauen tritt in unterschiedlichen Formen auf: Sie kann auf physischer, sexueller, psychischer, ökonomischer oder sozialer Ebene ausgeübt werden.

Von personaler Gewalt, die direkt von einem handelnden Täter ausgeübt wird, ist die strukturelle Gewalt, die nicht auf ein handelndes Subjekt abstellt, sondern in das Gesellschaftssystem eingebaut ist und sich in ungleichen Machtverhältnissen und folglich ungleichen Lebenschancen von Frauen und Männern äußert, zu unterscheiden.

Personale und strukturelle Gewalt bedingen und ergänzen einander. Die wirksame Bekämpfung von Gewalt setzt daher Maßnahmen voraus, die sowohl am Täter ansetzen und das Opfer unterstützen, als auch die Veränderungen der gesellschaftlichen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern zum Ziel haben.

Am häufigsten erleben Frauen Gewalt in ihrer Familie, 90 Prozent aller Gewalttaten werden nach Schätzungen der Polizei in der Familie und im sozialen Nahraum ausgeübt. Die Dunkelziffer bei familiärer Gewalt ist sehr hoch, Forschungsergebnisse weisen jedoch darauf hin, dass jede fünfte Frau bereits Gewalt in einer Beziehung erlebt hat.

Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund sind darüber hinaus auch von einer spezifischen Form von häuslicher Gewalt betroffen - der traditionsbedingten Gewalt.

Frauen haben Recht(e)

Frauen zu unterstützen, die in ihren privaten Beziehungen Gewalt erleiden, ist ein Kernbereich der Frauenpolitik. Ist eine Frau Opfer einer gewalttätigen Handlung geworden, kann sie auf ein bereits sehr engmaschiges Netz an rechtlicher und faktischer Hilfe zurückgreifen.

Rechte und Unterstützungsmöglichkeiten können aber nur in Anspruch genommen werden, wenn die Betroffenen auch Kenntnis davon haben. Frauen, die von Gewalt betroffen oder bedroht sind, diese Informationen zur Verfügung zu stellen, ist das Ziel der Broschüre "Frauen haben Recht(e)".

Ein umfangreicher Adressteil ergänzt die übersichtlich aufbereiteten fachlichen Informationen und gibt darüber Auskunft, welche Einrichtungen in jedem Bundesland für Beratung und Hilfe genützt werden können.

Broschüre Frauen haben Recht(e) (4. Neuauflage, 2013) korrigierte Fassung (Seite 116) (PDF 1864 kB)

Die gedruckte Broschüre können Sie kostenlos über den Bestellservice, telefonisch unter +43 1 531 15-202613 oder per E-Mail an broschuerenversand@bka.gv.at beziehen.

Schrei gegen Gewalt
Die Publikation Schrei gegen Gewalt (PDF) informiert gehörlose Frauen, die von Gewalt im sozialen Nahraum, einschließlich Stalking, betroffen sind, über ihre Rechte.

Recht auf Schutz und Hilfe für Opfer von Gewalt (Gewaltschutzfolder in Brailleschrift)
Die Publikation informiert sehbehinderte und blinde Frauen über alle wichtigen Gesetze zum Schutz vor Gewalt.
Die gedruckten Broschüren können Sie kostenlos über den Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser bestellen.

Studie "High-Risk Victims"

Die Studie "High-Risk Victims" Tötungsdelikte in Beziehungen: Verurteilungen 2008-2010 (2012) (PDF 389 kB) analysiert sämtliche Verurteilungen der genannten Jahrgänge wegen versuchter oder vollendeter Tötungsdelikte durch (Ex-)Partner und (Ex-)Partnerinnen im Hinblick auf besondere Gefährdungsfaktoren und geschlechtsspezifische Unterschiede.

Weiterführende Informationen

Frauenbericht 2010
Broschüre 'Hinter der Fassade', deutsch (PDF 610 kB)